Nach dem Bürgerkrieg

Zahlreiche Chemiewaffenbestände in Syrien entdeckt

27. Mai 2026 , 19:27 Uhr

Syriens Ex-Machthaber Baschar al-Assad ging während des Bürgerkriegs brutal gegen die eigene Bevölkerung vor. Auch mit Chemiewaffen. Nun wird ein Teil des Ausmaßes deutlich.

In Syrien sind nach Angaben der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) zahlreiche nicht deklarierter Chemiewaffenbestände entdeckt worden. Wie die in den Niederlanden ansässige OPCW berichtete, fanden ihre Experten zusammen mit den syrischen Behörden im Mai Dutzende chemische Kampfmittel an mehreren Orten.

Die neue syrische Führung hatte nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 zugesagt, verbliebene Chemiewaffenbestände zu beseitigen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen. Die OPCW hatte der Assad-Regierung wiederholt den Einsatz chemischer Waffen im Bürgerkrieg vorgeworfen. Die Assad-Regierung wies die Vorwürfe stets zurück.

Nach Angaben der Organisation wurden unter anderem Kampfmittel sichergestellt, die jenen Waffen ähneln, die bei den Chemiewaffenangriffen in Ghouta 2013 sowie in Ltamenah und Chan Scheichun 2017 eingesetzt worden waren. Zudem entdeckten die Inspektoren Chemikalien, technische Ausrüstung und Tausende Seiten Dokumente zum früheren syrischen Chemiewaffenprogramm.

Funde in Hochburgen der Assad-Regierung

Die Funde wurden demnach in Gebieten um Hama, Homs und Latakia gemacht, die während des Bürgerkriegs als Hochburgen der früheren Regierung unter Assad galten. OPCW-Generaldirektor Fernando Arias erklärte, die Ergebnisse bestätigten frühere Einschätzungen der Organisation, wonach die damalige syrische Führung Informationen über das Ausmaß ihres Chemiewaffenprogramms zurückgehalten habe.

Nach syrischen Angaben wurden 18 Personen festgenommen, die mit dem Chemiewaffenprogramm der früheren Regierung in Verbindung stehen sollen. Darunter seien ranghohe Offiziere, frühere Experten sowie Angehörige des Sicherheitsapparats, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Quelle: dpa

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