Oper

Wo bleibt Bayreuths neuer General Manager?

14. April 2026 , 15:23 Uhr

Seit Jahren ringen die Bayreuther Festspiele um eine neue, modernere Verwaltungsstruktur. Dazu sollte ein neuer General Manager auf den Grünen Hügel kommen. Aber wo bleibt der?

Der Dienstantritt des neuen General Managers bei den Bayreuther Festspielen verzögert sich – und zwar deutlich. Erst nach den Jubiläumsfestspielen soll Matthias Rädel, der für den Posten vorgesehen ist, sein Amt antreten. Eigentlich war das schon für Anfang dieses Jahres geplant. Das bayerische Kunstministerium begründet die Verzögerung mit andauernden Entscheidungsprozessen bei der Einführung einer neuen Verwaltungsstruktur für die altehrwürdigen Festspiele, die in diesem Jahr 150. Jubiläum feiern. 

«Für die Umsetzung der neuen Organisationsstruktur ist eine grundlegende Überarbeitung der Geschäfts- und Finanzordnung erforderlich, die sich derzeit in der Endabstimmung befindet», teilte das Ministerium mit. «Der Abschluss der Verträge mit dem künftigen Geschäftsführer und der Festspielleiterin ist erst nach finaler Ausgestaltung des Organisationsrahmens möglich und wird parallel vorangetrieben mit dem Ziel, die neue Struktur sowie den Wechsel in der Geschäftsführung erst nach Abschluss der diesjährigen Jubiläumsfestspiele in Kraft zu setzen.»

Wann genau Rädel sein Amt antritt, war zunächst offen

Was genau so schwierig ist an der «finalen Ausgestaltung des Organisationsrahmens», teilte das Ministerium nicht mit, betonte aber: «Der Verwaltungsrat steht dazu in engem Austausch mit Katharina Wagner und Dr. Rädel, der in einem Findungsverfahren für die neue Position des General Managers ausgewählt wurde.» Wann genau Rädel sein neues Amt antreten soll, wurde nicht mitgeteilt. 

Man wolle sich erstmal auf das Jubiläum konzentrieren, sagte Bayerns Kunstminister Markus Blume (CSU). «Das 150. Jubiläum der Bayreuther Festspiele ist ein kulturelles Großereignis von internationalem Rang – dafür bündeln wir jetzt alle Energie», betonte er. «Volle Kraft aufs Jubiläum, parallel klären wir mit Hochdruck die offenen Governance-Fragen. Und nach den Jubiläumsfestspielen startet dann die Neuaufstellung.»

Neue Struktur schon 2024 angekündigt

Nach dem Abschied von Geschäftsführer Ulrich Jagels im vergangenen Jahr hatte einmal mehr der frühere Geschäftsführer Heinz-Dieter Sense die Interimsgeschäftsführung übernommen – eigentlich nur bis Anfang dieses Jahres.

Die weltbekannten, aber kompliziert organisierten Richard-Wagner-Festspiele ringen schon seit Jahren um eine neue, modernere Struktur. Schon 2024 war die Vertragsverlängerung von Intendantin Katharina Wagner bekanntgegeben worden und schon damals hatten die damalige Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) und Bayerns Kunstminister Blume mitgeteilt, dass es künftig einen General Manager geben werde. Katharina Wagner werde – anders als bisher – keinen Geschäftsführerposten mehr bekleiden. 

Dadurch solle der Intendantin ein noch stärkerer Fokus auf die künstlerische Leitung der Festspiele ermöglicht werden. Der künftige General Manager Rädel ist seit 2006 stellvertretender geschäftsführender Direktor und leitender Controller an der Deutschen Oper Berlin.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

19.03.2026 Serge Dorny wird Präsident von Opernnetzwerk Opera Europa Serge Dorny übernimmt die Führung von Opera Europa – welche neuen Impulse wird der Intendant der Bayerischen Staatsoper der europäischen Opernwelt geben? 09.04.2026 Flugshow: 1.200 Drohnen tanzen am Himmel Drohnen zaubern faszinierende 3D-Bilder in den Nachthimmel – begleitet von Live-Musik. Wie die Fluggeräte in München zu einer eigenen Kunstform werden. 26.03.2026 Warum Bayreuth ein kleines Festspielhaus errichtet Die Opern Wagners sind schwere Kost für die kulturelle Elite? Zum Festspieljubiläum will Intendantin Katharina Wagner dagegenhalten – und installiert ein eigenes Programm für Kinder und Jugendliche. 16.04.2026 Nach Unfall: Suche nach sicherer Lösung für Surfwelle Nach dem tragischen Surfunfall am Eisbach arbeitet München an neuen, sicheren Lösungen. Wie die berühmte Welle erhalten bleiben könnte – und woran Experten aktuell tüfteln.