Fußball-WM

Wetter-Chaos und Mbappé-Gala: Frankreich schlägt Irak

23. Juni 2026 , 03:00 Uhr

Unwetter-Alarm beim Frankreich-Spiel: Fans müssen in Philadelphia Schutz suchen, Spieler harren in der Kabine aus. Das Wetter-Chaos verdrängt Kylian Mbappés Rekordjagd.

Erst eine Regenschlacht, dann eine fast zweistündige Zwangspause und schließlich der Favoritensieg: In einer von Unwetter-Chaos geprägten Partie hat Kylian Mbappé Frankreich zum nächsten Erfolg bei der Fußball-WM geschossen und den Traum vom dritten Titel befeuert. Der Stürmer von Real Madrid erzielte beim 3:0 (1:0) gegen Außenseiter Irak zwei Treffer und hielt im Rennen um den WM-Torrekord Kontakt zu Superstar Lionel Messi. 

«Man hat gesehen, dass wir Qualität haben. Das dritte Tor könnte entscheiden sein für die Tabelle», sagte Frankreichs Trainer Didier Deschamps. Die zweite Halbzeit nach der langen Pause bezeichnete er als Neustart: «Wir haben uns lange unterstellen müssen.»

Mit dem erwarteten Erfolg machte die Équipe Tricolore zugleich den Einzug in die K.o.-Phase perfekt. Mbappé (14./54. Minute) erzielte wie beim Auftakt-Sieg gegen den Senegal einen Doppelpack und kommt nach seinem 100. Länderspiel nun auf 16 WM-Treffer, so viele wie der frühere DFB-Stürmer Miroslav Klose. Argentiniens Ikone Messi hatte die Bestmarke wenige Stunden zuvor auf 18 Treffer hochgeschraubt. 

Vor 68.324 Zuschauern erzielte Weltfußballer Ousmane Dembélé (66.) das dritte Tor. Bayern-Profi Michael Olise überzeugte mit zwei Vorlagen.

Fast zwei Stunden Verzögerung: «Suchen Sie bitte Schutz»

Das Wetterchaos um das Stadion drängte Mbappés Rekordjagd jedoch in den Hintergrund. Nach heftigen Regenfällen wurden die Besucher mit Beginn der Halbzeit zunächst aufgefordert, die Tribünen zu verlassen. «Ein heftiges Gewitter naht. Suchen Sie bitte Schutz», teilten die Veranstalter über die Lautsprecher mit. 

Insgesamt war die Partie inklusive der Halbzeitpause über zwei Stunden unterbrochen. Zwischenzeitlich waren Helfer angerückt, um den Rasen von den Wassermassen zu befreien. Eine Trinkpause gab es in der zweiten Halbzeit nicht mehr – ein Novum bei diesem Turnier.

Bei Unwettern in den USA orientieren sich Veranstalter an den Empfehlungen der Nationalen Wetter- und Ozeanografiebehörde. Diese rät, Aktivitäten im Freien für mindestens 30 Minuten zu unterbrechen, wenn innerhalb eines Radius von etwa 13 Kilometern ein Blitz registriert wird. Jeder weitere Blitzschlag setzt diese 30-Minuten-Frist erneut in Gang. 

Arnold verlor schon bei WM 2022 gegen Frankreich

Iraks größtes Problem war aber nicht das Wetter, sondern Mbappé. Dabei wusste Trainer Graham Arnold genau, was ihn erwartet. Schon vor vier Jahren stand er als Australiens Nationalcoach beim 1:4 gegen Frankreich in Katar an der Seitenlinie – auch damals traf Mbappé. Mit Blick auf die Weltklasse-Offensive der Franzosen hatte Arnold gescherzt: «Ich habe gefragt, ob wir mit drei Torhütern spielen können, aber sie haben nein gesagt.»

Dabei hätte ein guter Keeper gereicht, um nicht in Rückstand zu geraten. Denn Ahmed Basil, der für den zuletzt schwachen Jalal Hassan beim Irak zwischen den Pfosten stand, hätte den halbhohen Schlenzer zru Führung durchaus halten können. Es blieb die einzige Torchance des Favoriten in der ersten Halbzeit. Frankreich agierte insgesamt recht ideenlos. Das Team aus dem Nahen Osten hatte keine Torchance bis zur Pause, versteckte sich aber nicht.

Irak schenkt Frankreich das Tor

Die Unterbrechung tat dem Favoriten gut. Extrem aggressiv und mit viel Zug zum Tor kamen Les Bleus aus der Kabine. Wieder war Mbappé hellwach – und nahm ein Geschenk des Gegners dankbar an. Irak-Profi Zaid Tahseen schaffte es bei einem Abstoß nicht, seinen Torhüter anzuspielen. Dembélé schaltete schnell und legte quer auf Mbappé, später traf der Weltfußballer selbst – erneut nach Olises Vorarbeit.

Der Irak hat bei seiner ersten WM-Teilnahme seit 40 Jahren hingegen kaum noch Chancen auf die nächste Runde. Im letzten Vorrundenspiel kann der Asienmeister von 2007 aber trotzdem noch Geschichte schreiben und erstmals bei einer Weltmeisterschaft punkten.

Quelle: dpa

 

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