Arbeiten im Gotteshaus

Wallfahrtskirche Käppele wird saniert

18. Juni 2026 , 16:00 Uhr

Das berühmte Käppele in Würzburg erhält einen neuen Anstrich: Mit moderner Technik soll die ursprüngliche Helligkeit des Rokoko-Raums wiederhergestellt werden. Was bei der Sanierung geplant ist.

Die Wallfahrtskirche Käppele, eines der drei berühmten Wahrzeichen Würzburgs, wird nach mehr als 50 Jahren nun innen saniert. «Wir schließen die gesamte Kirche für geplant zweieinhalb Jahre», sagte Diakon Ulrich Wagenhäuser, ständiger Vertreter des Kirchenverwaltungsvorstands, laut Mitteilung in Würzburg. Die Arbeiten sollen im September beginnen und etwa 5,8 Millionen Euro brutto kosten.

Zuletzt war der Innenraum 1975 instand gesetzt worden. «Als Ergebnis erzeugte die Restaurierung von 1975 durch die damals aufgebrachte künstliche Patina ein gealtertes Erscheinungsbild, welches der ursprünglichen künstlerischen Intention nicht gerecht wird», erläuterte Jan Menath vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. «Denn anhand der Quellen und Befunde lässt sich für das 18. Jahrhundert eine heitere, helle und kühle Raumwirkung für das Käppele sehr gut nachweisen.»

Für die Arbeiten wurde nach Angaben des beauftragten Architektenbüros ProDenkmal ein hochpräzises, digitales 3D-Modell der Kirche anfertigt. Ziel sei die möglichst vollständige Wiederherstellung des bauzeitlichen Zustandes. 

Während der Arbeiten wird das Gnadenbild zur Verehrung der Gottesmutter in die Pfarrgemeinde Sankt Burkard in Würzburg umziehen. 

Berichte von wunderbaren Heilungen 

Das barocke Gotteshaus mit seinen Zwiebeltürmchen zählt zu den wichtigsten «Heiligtümern» Frankens. Das kleine gelb-weiße Gebäude mit seinen zwei Türmen liegt malerisch an einem Berghang über dem Main. 

1640 soll ein Fischer einen Bildstock mit der Darstellung der Gottesmutter mit dem Leichnam Jesu im Schoß an der Stelle der heutigen Kirche aufgestellt haben. Bald danach soll es mehrfach Berichte von wunderbaren Heilungen und nächtlichen Lichterscheinungen gegeben haben. Die Menschen pilgerten zu diesem Ort. 

Nach Angaben des Bistums Würzburg wurde 1650 die erste kleine Kapelle errichtet, das Haus wurde erweitert und vergrößert. Die heutige Wallfahrtskirche wurde schließlich nach Plänen des Baumeisters Balthasar Neumann gefertigt, der auch für die prachtvolle Residenz in der Würzburger Innenstadt verantwortlich zeichnete. Das Innere ist geprägt vom Stil des Rokoko und des Frühklassizismus.

Quelle: dpa

 

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