Wagner, Geld, Kontrolle: Warum Bayreuths neuer Festspiel-Manager auf sich warten lässt

29. Mai 2026 , 05:10 Uhr

Der designierte neue General Manager der Bayreuther Festspiele, Matthias Rädel, ist auch fast ein halbes Jahr nach seinem ursprünglich geplanten Amtsantritt noch nicht im Festspielhaus angekommen. Wie der Nordbayerischer Kurier auf kurier.de berichtet, soll Rädel nun erst im Herbst 2026 nach Bayreuth wechseln. Rädel kommt von der Deutsche Oper Berlin, wo er als Verwaltungs- und Controlling-Experte tätig war. Eigentlich sollte er ab Januar 2026 gemeinsam mit Festspielleiterin Katharina Wagner eine moderne Doppelspitze bilden: sie für die Kunst, er für Finanzen, Organisation und Sanierung des Festspielhauses.

Bisher vereinte Katharina Wagner sowohl die künstlerische Leitung als auch die Geschäftsführung in einer Person. Mit dem neuen General Manager würde diese Macht erstmals geteilt. Genau darin liegt der Konflikt: Die Satzung der Richard-Wagner-Stiftung sieht traditionell vor, dass die Festspiele von einem Mitglied der Familie Wagner als „eigenverantwortlicher Unternehmer“ geführt werden. Ein starker General Manager würde diese Sonderrolle deutlich einschränken. Gleichzeitig drängen die Gesellschafter auf mehr Kontrolle: Bund und Freistaat Bayern halten jeweils 37 Prozent der Anteile und finanzieren den Großteil der Festspiele sowie die rund 200 Millionen Euro teure Sanierung.

Jetzt gibt es ein neues Antrittsdatum des General Managers – laut Ministerium: Herbst 2026 – nach den Jubiläumsfestspielen.

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