Eifersucht und verletzte Ehre

Mordprozess - Mann tötet Ehefrau am Geburtstag des Kindes

11. August 2026 , 11:54 Uhr

Auf einer Feuertreppe hinter dem gemeinsamen Dönerimbiss soll ein Mann auf seine Ehefrau geschossen haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet Eifersucht. Nun beginnt der Mordprozess.

Begleitet von einem massiven Sicherheitsaufgebot hat vor dem Landgericht Ellwangen der Prozess gegen einen 37 Jahre alten Mann begonnen, der seine Ehefrau mit einem Kopfschuss ermordet haben soll – ausgerechnet am Tag des Geburtstags des ältesten Kindes. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke und niedrigen Beweggründen aus. Zum Auftakt des Prozesses wurde nur die Anklage verlesen. 

Laut Staatsanwaltschaft Anklage soll der Angeklagte im vergangenen Februar in Schrozberg (Kreis Schwäbisch Hall) aus einem Abstand von «40 bis 50 Zentimetern» mit einer Pistole in die Stirn seiner Frau geschossen haben. Das Motiv laut Staatsanwaltschaft: Eifersucht. Der 37-Jährige kurdischer Abstammung mit deutschem Pass, sah sich laut Anklage deshalb in seiner Ehre gekränkt. Er habe deshalb das Verhalten der Frau bestrafen und seine Ehre mit dem Mord wiederherstellen wollen, so die Staatsanwaltschaft. 

Aufgelauert und geschossen

Der 37 Jahre alte Mann soll am 10. Februar auf seine Ehefrau auf einer Feuertreppe hinter dem gemeinsam betriebenen Dönerimbiss gewartet haben. Als die Frau im Begriff war, den Imbiss zu verlassen und über die Feuertreppe zur gemeinsamen Wohnung hinaufzusteigen, soll der Angeklagte aus erhöhter Position mit einer Walther PPK geschossen haben. Die 38-Jährige erlag noch vor Ort ihren schweren Verletzungen.

Der Angeklagte und seine Ehefrau stammen nach Auskunft eines Gerichtssprechers aus demselben Dorf in der Türkei und gehören der Volksgruppe der Kurden an. Der Angeklagte ist laut Anklage deutscher und türkischer Staatsangehöriger. Die drei gemeinsamen Kinder sind demnach 9, 16 und 18 Jahre alt.

Es sind noch fünf Verhandlungstage bis Ende September eingeplant.

Quelle: dpa

 

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