ÖPNV

Verdi kündigt Warnstreiks in Nürnberg und Augsburg an

04. April 2026 , 13:44 Uhr

Im Tarifkonflikt um bessere Arbeitsbedingungen verleiht die Gewerkschaft Verdi ihren Forderungen Nachdruck - und ruft wieder zum Warnstreik im ÖPNV auf.

Die Gewerkschaft Verdi plant nach Ostern ganztägige Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in Nürnberg und Augsburg. Die Beschäftigten der Verkehrsgesellschaft VAG in der mittelfränkischen Metropole sind dazu aufgerufen, ihre Arbeit am kommenden Dienstag und Mittwoch niederzulegen. In Augsburg soll ebenfalls am Dienstag gestreikt werden. 

Nach Angaben der Gewerkschaft sollen am Dienstag zunächst nur Wartungsarbeiten in Nürnberg betroffen sein, Mittwoch werde es dann größere Auswirkungen geben. Betroffen sind laut Verdi vor allem die U-Bahn, die Straßenbahn und der Busverkehr im gesamten Stadtgebiet. Die S-Bahn ist nicht betroffen. 

Der Streik dürfte sich auch auf die Besucher des Nürnberger Volksfestes auswirken, das am Osterwochenende startete und bis zum 26. April dauern soll. 

Die Gewerkschaft will mit dem Warnstreik ihren Forderungen im Tarifstreit mit der Arbeitgeberseite mehr Nachdruck verleihen. 

Warnstreiks auch in Augsburg

Auch in Augsburg müssen Fahrgäste sich nach Ostern auf starke Einschränkungen einstellen. Dort hat Verdi ebenfalls für den 7. April zu Warnstreiks im Nahverkehr aufgerufen. 

Die Stadtwerke Augsburg baten ihre Fahrgäste, vorsorglich auf andere Anbieter wie die Buslinien des AVV oder Regionalbahnen umzusteigen. «Anders als in manchen anderen Städten, wie etwa München, sind in Augsburg nur wenige Buslinien an externe Busunternehmen vergeben, die nicht bestreikt werden», hieß es. 

Vor gut einer Woche war die vierte Runde der Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern ohne Durchbruch geendet. Die nächsten Verhandlungen sind für den 15. April geplant. Die Gewerkschaft fordert für die etwa 9.000 Beschäftigten in mehr als 20 Unternehmen deutliche Lohnerhöhungen. 

Weitere Aktionen geplant

Nach Angaben von Verdi soll in der kommenden Woche auch in anderen Städten Bayerns die Arbeit niedergelegt werden. Wo genau, war zunächst unklar. Zudem gebe es Planungen für eine landesweite Aktion, aber noch kein genaues Datum, sagte ein Gewerkschaftsvertreter der Deutschen Presse-Agentur. 

In den Verhandlungen hatte es zuletzt aber etwas Bewegung gegeben. Die Arbeitgeber teilten mit, sie hätten ein deutlich verbessertes Angebot vorgelegt. Bei einer Laufzeit von 24 Monaten habe man mehr als 6 Prozent Entgeltsteigerung geboten, bei einer Laufzeit von 48 Monaten rund 9 Prozent und die Reduzierung der Arbeitszeit um eine Stunde. Die Gewerkschaft betonte ihrerseits, sie sei den Arbeitgebern schon deutlich entgegengekommen. 

Aktuell fordere man eine Entgelterhöhung von insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die ursprüngliche Verdi-Forderung hatte bei rund 670 Euro bei einer Laufzeit von einem Jahr gelegen. Zudem will Verdi weiter eine Reduzierung der Arbeitszeit erreichen.

Quelle: dpa

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