Indopazifik

USA und Indonesien bauen Militärpartnerschaft aus

14. April 2026 , 05:02 Uhr

Washington und Jakarta rücken enger zusammen – und schließen eine neue Verteidigungspartnerschaft. Gibt es bald Überflugrechte für US-Militärflugzeuge?

Vor dem Hintergrund wachsender strategischer Konkurrenz im Indopazifik wollen die USA und Indonesien ihre militärische Zusammenarbeit mit einer neuen Verteidigungspartnerschaft deutlich ausbauen. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und sein indonesischer Amtskollege Sjafrie Sjamsoeddin kündigten nach einem Treffen in Washington eine «Major Defense Cooperation Partnership» (MDCP) an.

Demnach stützt sich das Abkommen auf drei zentrale Säulen: militärische Modernisierung und Kapazitätsaufbau, Ausbildung und militärische Weiterbildung sowie gemeinsame Übungen und operative Zusammenarbeit. Zudem sollen weitergehende Kooperationen etwa bei maritimer Sicherheit und autonomen Systemen geprüft werden. Beide Länder betonten dabei die Achtung der Souveränität als zentrales Prinzip.

Welche Ziele verfolgen beide Länder?

«Ihr Besuch unterstreicht die Bedeutung, die das US-Kriegsministerium unserer wachsenden Sicherheitspartnerschaft mit Indonesien beimisst», sagte Hegseth zu Sjamsoeddin – und verwies darauf, dass beide Länder jährlich über 170 gemeinsame Militärübungen durchführen.

Die Initiative gilt als Teil der US-Bemühungen, Partnerschaften in Südostasien angesichts wachsender strategischer Konkurrenz – speziell aus China – zu stärken. 

Indonesien verfolgt traditionell eine blockfreie Außenpolitik und setzt auf Kooperation mit mehreren Partnern. Ende vergangenen Jahres hatte der weltgrößte Inselstaat etwa ein umfassendes Sicherheitsbündnis mit Australien vereinbart. Mit China verbindet das Land eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Bald Überflugrechte für US-Militärflugzeuge?

Zugleich bemühte sich das indonesische Verteidigungsministerium, Berichte über die Genehmigung möglicher Überflugrechte für US-Militärflugzeuge zu relativieren. Ein entsprechendes Dokument befinde sich in einem frühen, unverbindlichen Stadium und habe «keine rechtliche Wirkung» sowie «keinen Status als Regierungspolitik», hieß es.

Die Klarstellung erfolgte, nachdem ein Dokument des US-Verteidigungsministeriums über eine entsprechende Vereinbarung durchgesickert war. Einige Berichte deuteten darauf hin, dass das Thema bei einem kürzlichen Treffen zwischen dem indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto und US-Präsident Donald Trump erörtert worden sei.

Quelle: dpa

 

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