Ex-Partnerin von Klitschko

Mit nur 36: Serienstar Hayden Panettiere gestorben

17. August 2026 , 12:30 Uhr

Die Darstellerin aus den USA steht schon als Kind vor der Kamera. Später prägt sie Serien wie «Heroes» und «Nashville» - und spricht offen über Sucht und Wochenbettdepressionen.

Die US-Schauspielerin und frühere Verlobte von Ex-Boxweltmeister Wladimir Klitschko, Hayden Panettiere («Scream 4 und 6», «Heroes» und «Nashville»), ist im Alter von 36 Jahren gestorben. Das berichteten die US-Sender ABC und Fox News sowie andere US-Medien unter Berufung auf eine Mitteilung ihres Sprechers.

«Mit tiefer Trauer geben wir den tragischen Tod unserer geliebten Hayden bekannt», zitierten ABC und andere Medien aus der Mitteilung. «Sie war ein unglaubliches Licht und eine Naturgewalt, die allen, die sie kannten – und den Millionen, die sie auf der Leinwand sahen -, unermessliche Liebe und Freude schenkte.» 

Der US-Sender NBC berichtete unter Berufung auf die Polizei in Greenville im US-Bundesstaat South Carolina, Panettiere sei dort in einem Apartment am frühen Sonntagnachmittag (Ortszeit) gestorben. Dem Sender liegt eigenen Angaben zufolge eine Mitteilung der Polizei vor, wonach Beamte und Sanitäter einen Notruf erhalten hätten, dass eine Frau «nicht ansprechbar» sei. Die vorläufigen Ermittlungen hätten keine Hinweise auf ein Verbrechen oder verdächtige Umstände ergeben, schrieb NBC unter Berufung auf die Mitteilung der Polizei weiter. Die Polizei in Greenville ermittele demnach zusammen mit der Gerichtsmedizin. 

In Deutschland war Panettiere auch für ihre Beziehung zum früheren Box-Weltmeister Wladimir Klitschko bekannt – dem jüngeren Bruder des Bürgermeisters der ukrainischen Hauptstadt Kiew, Vitali. Mit Wladimir Klitschko hatte Panettiere eine gemeinsame Tochter, Kaya kam im Dezember 2014 zur Welt.

Weltweiter Durchbruch mit 2000er-Serie «Heroes»

Panettiere stand in den USA schon als Kind vor der Kamera. Ihren internationalen Durchbruch erzielte Panettiere mit nur 17 Jahren: In der Serie «Heroes» (2006 bis 2010) mit der Rolle der Highschool-Cheerleaderin Claire Bennet, die übernatürliche Kräfte besitzt. 

«Heroes» war auch in Deutschland in den 2000er-Jahren ein großer TV-Erfolg. Bis dahin völlig normale Menschen entdecken eines Tages besondere Fähigkeiten an sich und sollen eine globale Katastrophe verhindern. Panettiere erhielt dafür unter anderem den «Teen Choice Award» 2007 und 2008.

Postnatale Depression und Alkoholsucht

Im Mai hat Panettiere eine Biografie herausgebracht. In dem Buch namens «This Is Me» schrieb sie unter anderem über eine Wochenbettdepression nach der Geburt ihrer Tochter und eine Alkoholsucht. In einem Post auf Instagram vom Magazin «The Cut» dazu wird sie mit Bezug auf Alkohol zitiert: «In dem Moment, als ich dieses Brennen spürte, war die Angst, die ich seit der Geburt meiner Tochter verspürt hatte, verschwunden.»

2015 hatte Panettiere bekanntgegeben, sich wegen einer Wochenbettdepression in ein Behandlungszentrum begeben zu haben. Zum Erscheinen ihrer Biografie sagte Panettiere im «Jay Shetty Podcast» über ihre Erkrankungen und ihre Entscheidung, ihre Tochter bei ihrem Vater in Europa leben zu lassen, sie habe sich danach in einem «schrecklichen Teufelskreis aus Depressionen, Angstzuständen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch» befunden und selbst in Behandlung begeben, um einen «Weg aus dieser Dunkelheit» zu finden. 

 «Unglaublich schwer» sei es gewesen, als ihr Ex-Partner Klitschko die Tochter zu sich geholt habe. Später habe die in den USA lebende Panettiere aus Liebe zu Kaya, sie weiter in Europa gelassen: «Als ich dann endlich wieder gesund war, hatte ich das Gefühl, es wäre unfair und egoistisch von mir gewesen, sie aus diesem Leben herauszureißen, das sie sich aufgebaut hatte, aus diesem Leben, das sie gelebt hatte.»

Außerdem äußerte sich Panettiere in dem Podcast über eine schwierige Kindheit als Kinderstar, ihre distanzierte Beziehung zu ihrer Mutter sowie ihre tiefe Trauer um ihren jüngeren Bruder, der 2023 an einer Herzkrankheit gestorben war. 

Serienerfolg mit Musikdrama «Nashville»

Von 2012 bis 2018 – und damit während der Zeit des Bekanntwerdens ihrer mentalen Probleme – spielte Panettiere in der Serie «Nashville» über das Geschehen in der gleichnamigen amerikanischen Hochburg der Musikrichtung Country die ehrgeizige Sängerin Juliette Barnes. 

Die US-Dramaserie dreht sich um das harte Musikgeschäft und den Machtkampf beziehungsweise später den Zusammenhalt zweiter Sängerinnen: Der jungen Nachwuchskünstlerin Barnes und des schon etwas älteren Country-Superstars Rayna James, gespielt von Connie Britton (auch bekannt aus «The White Lotus»). Die Schauspielerinnen und ihre Kollegen singen in der Serie oft – und selbst. Mache Serien-Songs landeten sogar in den US-Charts, darunter auch «Telescope» von Panettiere. 

Die Rolle gilt als Gegensatz zu Panettieres vorheriger Figur in der Serie «Heroes», von der sich die Schauspielerin «unbedingt lösen wollte», wie sie in einem Interview 2013 im Branchendienst «Awardsline» sagte. «Ich bin unglaublich dankbar, dass ich diese Figur spielen durfte – versteh mich nicht falsch -, aber mir war klar, dass es nach dieser Rolle ein harter Kampf werden würde, die Leute davon zu überzeugen, dass ich mehr bin als nur die typisch amerikanische Cheerleaderin.»

Für ihre schauspielerische Leistung in «Nashville» wurde Panettiere 2013 und 2014 zweimal für den Golden Globe als beste Nebendarstellerin in einer Serie nominiert. In Deutschland ist die Geschichte derzeit auf mehreren Streamingdiensten verfügbar, darunter bei Prime Video und Joyn.

Auch Serienfigur hatte Suchtprobleme

Panettiere kritisiere später die Entwicklung ihrer Figur Juliette Barnes. Diese erlebt in der Serie ebenfalls Alkoholsucht und Wochenbettdepressionen – Handlungsstränge, die die Serien-Kreativen ihren wahren Lebenserfahrungen entlehnt hätten, so Panettiere. 

«Sie haben sich keine neuen Handlungsstränge ausgedacht. Sie haben sich einfach mein Leben angesehen und sich gedacht: „Ach, nehmen wir doch einfach das, was sie gerade durchmacht, und geben dem Ganzen unsere eigene Note.“ Und dann – ta-da! – war die Sache erledigt», wird Panettiere von «The Hollywood Reporter» aus einem Interview 2024 mit der inzwischen eingestellten Nachrichtenseite «The Messenger» zitiert.

Quelle: dpa

 

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