Immer mehr Unternehmen in Oberfranken rutschen in die Insolvenz. Im ersten Halbjahr 2026 haben 112 Firmen Insolvenz angemeldet – 13 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum im vergangenen Jahr, das meldet die IHK für Oberfranken Bayreuth. Noch deutlicher fällt der Vergleich mit 2024 aus, als im ersten Halbjahr nur 74 Unternehmen betroffen waren. Besonders betroffen sind Bau, Gastronomie und Industrie.
Ein anderes Bild ergibt sich bei der Mitarbeiterzahl. Während 2024 4.483 Beschäftigte von diesen Insolvenzen betroffen waren, hat sich die Zahl 2025 mit 2.237 Mitarbeitende halbiert.
Die IHK sieht als Gründe vor allem die schwache Wirtschaft und auch jetzt noch die Nachwirkungen der Corona-Zeit. In den Pandemiejahren 2020 und 2021 war die Pflicht zeitweise ausgesetzt, bei pandemiebedingter Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung Insolvenz anzumelden. Ein Teil des heutigen Anstiegs ist also genau dieser Nachholeffekt.
Trotzdem: Im langfristigen Vergleich sind die Zahlen noch niedriger. Anfang der 2000er Jahre gab es in Oberfranken etwa doppelt so viele Firmenpleiten wie heute. Damals steckte die oberfränkische Wirtschaft in einer erheblichen Strukturkrise, unter anderem mit sehr hohen Arbeitslosenzahlen.
tb