Korea-Konflikt

Umfrage: Weniger Südkoreaner für Vereinigung mit Nordkorea

29. September 2026 , 03:08 Uhr

Nur 39 Prozent der Südkoreaner erachten eine Wiedervereinigung mit dem Norden einer neuen Befragung zufolge als notwendig. Zugleich unterstützt eine deutliche Mehrheit eine eigene Atomwaffe.

Die Unterstützung für eine Wiedervereinigung mit Nordkorea nimmt in Südkorea einer Langzeitumfrage zufolge langfristig ab. Nur mehr 39 Prozent halten eine Vereinigung der beiden koreanischen Staaten für notwendig oder eher notwendig, wie aus einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup Korea im Auftrag der renommierten Seoul National University hervorgeht. Vor fast 20 Jahren, im ersten Erhebungsjahr 2007, lag der Wert noch bei 63,8 Prozent. Bei Südkoreanern in ihren Zwanzigern ist der Wunsch nach einer Wiedervereinigung mit 25,2 Prozent am geringsten. Zugleich befürwortet eine Mehrheit der Befragten eine eigene Atombombe.

Teilung wird mehr akzeptiert

Gleichzeitig akzeptieren immer mehr Südkoreaner eine Teilung zwischen den zwei Staaten. 31,5 Prozent der Befragten erklärten, es sei besser, die derzeitige Trennung beizubehalten – so viele wie noch nie seit Beginn der Erhebung. Unter Leuten in ihren Zwanzigern und Dreißigern bevorzugen jeweils mehr als 55 Prozent entweder den Status quo oder haben wenig Interesse an einer Wiedervereinigung.

Über 61 Prozent unterstützen eigene Atomwaffe

Nordkorea wird zudem nach wie vor als Bedrohung wahrgenommen. 86,4 Prozent der Befragten fühlen sich durch dessen Atomwaffen bedroht, 78,3 Prozent halten Dialog und Kompromiss mit der nordkoreanischen Regierung für nicht möglich – ein deutlicher Anstieg verglichen mit dem Vorjahr (66,5 Prozent). Parallel dazu sind über 61 Prozent der Südkoreaner inzwischen für eine nukleare Bewaffnung ihres Landes, ein Anstieg von mehr als 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zustimmung zur eigenen Atomwaffe erstreckt sich über sämtlicher politischen Lager – von konservativ bis progressiv. 

Die Forscher der Seoul National University weisen allerdings ausdrücklich darauf hin, dass die Frage zur nuklearen Bewaffnung lediglich die grundsätzliche Zustimmung erfasst und etwaige Kosten oder diplomatische Folgen nicht berücksichtigt. Die Umfrage wurde vom 1. bis 26. Juli unter 1.200 Erwachsenen im Alter von 19 bis 74 Jahren durchgeführt.

Keine Wiedervereinigung in Sicht

Süd- und Nordkorea haben seit Ende des Koreakriegs (1950-53) bis heute keinen Friedensvertrag unterzeichnet und werden durch eine militärisch hochgerüstete Landesgrenze getrennt. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich seit Ende 2023 vom jahrzehntelangen Ziel einer Wiedervereinigung mit dem Süden abgewandt. In Südkorea hingegen ist das Ziel einer Wiedervereinigung weiterhin verfassungsrechtlich verankert.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

07.09.2026 Iran: Neue Anti-Schiffs-Rakete im Einsatz Die Straße von Hormus bleibt laut Iran geschlossen. Teheran warnt vor weiterer militärischer Präsenz im Persischen Golf. 29.09.2026 Nato verurteilt russische Gewaltandrohung «aufs Schärfste» Spannungen um die russischen Exklave Kaliningrad: Nachdem die Nato im Ostseeraum ihre militärischen Fähigkeiten demonstriert hat, kommt aus Moskau eine scharfe Drohung. 29.09.2026 Irans Regierung warnt Bevölkerung vor Energieengpässen Irans Regierung rechnet im Winter mit Engpässen bei der Energieversorgung. Was hinter den drohenden Problemen steckt. 29.09.2026 Hai verirrt sich in südkoreanischer Küstenstadt Busan Mehr als 600.000 Menschen sind bereits zum Kanal in Busan gepilgert, um den Hai «Bukang-i» zu sehen. Den Behörden gelang es bislang nicht, den Bronzehai zurück ins offene Meer zu drängen.