Studie zur Jugendsexualität

Umfrage: Viele junge Menschen erfahren sexualisierte Gewalt

27. März 2026 , 12:08 Uhr

Ein Drittel der jungen Befragten einer Studie gab an, körperliche sexualisierte Gewalt erlebt zu haben. Noch höher ist der Anteil derjenigen, die online oder verbal herabgewürdigt wurden.

Knapp zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland haben schon einmal sexuelle Beleidigungen, digitale sexualisierte Gewalt oder Belästigungen erlebt. Das zeigt eine Umfrage des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unter mehr als 5.800 jungen Menschen zwischen 14 und 25 Jahren. 

Demnach haben 64 Prozent der Befragten schon mindestens eine Form sexualisierter Gewalt ohne Körperkontakt erfahren, wie das BIÖG in Köln mitteilte. Dazu zählten zum Beispiel sexualisierte Beleidigungen, das Zusenden sexueller Bilder oder Filme sowie das sogenannte Cybergrooming, also das gezielte Anbahnen sexueller Kontakte mit Minderjährigen im Internet. 

Ein Drittel hat körperliche sexuelle Gewalt erlebt

Knapp ein Drittel der Befragten (29 Prozent) gab an, mindestens einmal sexualisierte Gewalt mit Körperkontakt erlebt zu haben – also erzwungene körperliche Berührungen oder sexuelle Handlungen. Junge Frauen sind laut Befragung davon doppelt so häufig betroffen wie junge Männer.

Die Daten stammen aus der zehnten Analyse zur Jugendsexualität, aus der im Januar bereits Ergebnisse aus anderen Teilbereichen veröffentlicht worden waren. 

Die Täter sind häufig Gleichaltrige

Die Auswertung zeige, dass Jugendliche häufig durch Gleichaltrige sexualisierte Gewalt erfahren. Oft seien auch andere Gleichaltrige bei den Taten dabei oder wüssten davon. Die meisten Betroffenen vertrauten sich nach der ersten körperlichen Gewalterfahrung einer Vertrauensperson an, etwa Freundinnen und Freunden (51 Prozent) oder Eltern (33 Prozent). 

«Unsere Jugendsexualitätsstudie zeigt sehr klar: Viele junge Menschen erleben sexualisierte Gewalt unter Gleichaltrigen, online genauso wie offline», sagte Mechthild Paul, stellvertretende Leiterin des BIÖG. «Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, Übergriffe zu erkennen und klar zu benennen. Gleichzeitig müssen wir sie darin bestärken, in riskanten Situationen sich und andere zu schützen sowie Betroffenen zur Seite zu stehen.»

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

28.03.2026 Tödlicher Messerangriff versetzt Witten in Schockstarre Eine Mutter und ihre 9 und 13 Jahre alten Kinder werden in Witten mit einem Messer attackiert und schwer verletzt. Der 13-Jährige stirbt. Tatverdächtig ist der Vater. Viele Fragen sind noch offen. 28.03.2026 Warum sexualisierte Gewalt ein strukturelles Problem ist Meistens sind es Frauen, die bloßgestellt, gedemütigt oder Opfer von Gewalt werden. Fast immer sind Männer die Täter. Was oft wie ein Einzelfall wirkt, hat laut Expertinnen ein System. 27.03.2026 Merz fordert Debatte über Frauenbild im Islam Der Kanzler hat sich am Mittwoch beim Thema Gewalt gegen Frauen im Bundestag mit den Grünen angelegt. Jetzt legt er noch einmal nach. 27.03.2026 Keine Strafe für El Hotzo wegen Spott über Trump-Attentat Wegen eines bitterbösen Kommentars über das Attentat auf Trump musste der Satiriker nun schon zum zweiten Mal vor Gericht erscheinen. Nach der Entscheidung hat El Hotzo aber gut lachen.