Die Ukrainer dürfen in ihrem Land nicht mehr die international bekannte russische Zeichentrickserie «Mascha und der Bär» sehen. Die Regierung belegte die Filmemacher mit Sanktionen und bezeichnete die Trickfilme als eine Gefahr für die nationale Sicherheit.
«Allein im Jahr 2025 hatte der ukrainischsprachige YouTube-Kanal von „Mascha und der Bär“ über 800 Millionen Aufrufe», schrieb Kulturministerin Tetjana Bereschna bei Facebook. Nun gebe es die rechtliche Handhabe, um die Filme in der Ukraine zu blockieren. «Für russische Propaganda gibt es keinen Platz auf Kinderbildschirmen. Weder in der Ukraine noch in der Welt!», schrieb sie.
Hintergrund ist eine journalistische Studie vom vergangenen Jahr. Demnach war der ukrainischsprachige YouTube-Kanal des russischen Trickfilms 2025 in dem von Russland angegriffenen Land mit Abstand der populärste. Zur russischsprachigen Version wurden keine Angaben gemacht. Über den Kanal erzielen die Macher den Autoren zufolge Werbeeinnahmen, mit denen wiederum Steuern in Russland gezahlt würden. Das Geld komme der russischen Armee in ihrem Kampf gegen die Ukraine zugute. Streamingplattformen wie YouTube können den Zugang zu Inhalten, um gesetzlichen Vorgaben zu entsprechen, auch für Nutzer aus einzelnen Ländern sperren.
Die Ukraine wehrt sich seit viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Das Land geht zum Ärger Moskaus nicht nur gegen die verbreitete russische Sprache, sondern auch gegen die Kultur des Nachbarlandes vor.
Hauptfiguren der Trickfilme sind das kleine Mädchen Mascha in traditioneller russischer Kleidung und ein ehemaliger Zirkusbär, der sich nur über Gesten und Laute mitteilt. Die Serie wird seit 2009 produziert und wurde in Dutzenden Ländern ausgestrahlt, darunter auch in Deutschland. Kritik am Inhalt gab es auch in Großbritannien und Estland, da Mascha in mehreren Episoden mit militärischen Kleidungsstücken und sowjetischer Symbolik auftaucht.
Moskau kritisierte den ukrainischen Schritt. «Dass die Ukraine auch gegen Zeichentrickfilme einen Krieg begonnen hat, zeigt wohl einmal mehr die Abscheulichkeit des Kiewer Regimes», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russische Nachrichtenagenturen zufolge. Die Zeichentrickhelden hätten die ganze Welt «mit ihrer Güte» erobert. Es sei Propaganda «im guten Sinne dieses Wortes».
Die Sanktionen wurden vorerst für zehn Jahre verhängt. Kiew forderte seine Verbündeten auf, ebenfalls Maßnahmen gegen die Verbreitung der Animationsfilme zu ergreifen. Erst im Juni hatte der US-amerikanische Streamingdienst Netflix die Rechte an weiteren Staffeln der Kinderserie erworben.
Quelle: dpa