Treffpunkt Landstraße: Wildunfälle im Fokus

23. September 2026 , 11:12 Uhr

Kurvenreiche Strecken, wenig Verkehr und reizvolle Landschaft machen Landstraßen für viele Verkehrsteilnehmer attraktiv. Gleichzeitig ereignen sich gerade hier immer wieder schwere Verkehrsunfälle. Die oberfränkische Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 verdeutlicht die Gefahren: 25 der insgesamt 37 Verkehrstoten in Oberfranken kamen bei Unfällen auf Landstraßen ums Leben. Bayernweit waren es 313 von insgesamt 507 Verkehrstoten.

Im Rahmen der Verkehrssicherheitsaktion „Treffpunkt Landstraße“ richtet die oberfränkische Polizei deshalb 2026 den Blick verstärkt auf typische Unfallursachen und Gefahren abseits der Autobahnen. Eine davon begegnet Verkehrsteilnehmern in Oberfranken besonders häufig: Wildwechsel.

Fast 7.000 Wildunfälle in einem Jahr

6.934 Wildunfälle registrierte die Polizei im Jahr 2025 in Oberfranken. Besonders in den frühen Morgenstunden zwischen 5 und 8 Uhr sowie am Abend zwischen 21 und 24 Uhr müssen Verkehrsteilnehmer mit Rehen, Wildschweinen und anderen Wildtieren auf der Fahrbahn rechnen.

Welche Kräfte bei einem Zusammenstoß wirken können, wird schon angesichts des Gewichts der Tiere deutlich: Ein ausgewachsener Rothirsch wiegt rund 200 Kilogramm, ein Wildschwein bis zu 100 Kilogramm. Entsprechend schwer können die Folgen eines Zusammenstoßes für die Fahrzeuginsassen sein.

Doch nicht nur Autofahrer sind gefährdet. Im Herbst 2025 war eine Gruppe Rennradfahrer bei Igensdorf im Landkreis Forchheim unterwegs. Als plötzlich ein Reh auf die Straße lief, prallte ein 47-jähriger Radfahrer mit dem Tier zusammen und stürzte. Der Mann erlitt einen Knochenbruch und Schürfwunden.

So lässt sich das Risiko reduzieren

Die Polizei Oberfranken empfiehlt:

– Tempo reduzieren: Insbesondere bei Dämmerung und in Wald- und Feldgebieten vorausschauend fahren und die Geschwindigkeit reduzieren.
– Warnzeichen ernst nehmen: Wo vor Wildwechsel gewarnt wird, ist besonders häufig mit Tieren auf oder neben der Fahrbahn zu rechnen.
– Mit weiteren Tieren rechnen: Überquert ein Tier die Straße, können weitere folgen.
– Bremsen statt riskant ausweichen: Taucht plötzlich Wild auf, kontrolliert abbremsen und die Spur halten. Ein unkontrolliertes Ausweichmanöver kann im Gegenverkehr oder an einem Baum enden.
– Abblenden und hupen: Steht Wild auf oder unmittelbar neben der Fahrbahn, langsam fahren, abblenden und gegebenenfalls hupen. Fernlicht kann die Tiere irritieren.

Wildunfall – was jetzt?

Lässt sich ein Zusammenstoß nicht verhindern, kommt es auf das richtige Verhalten an. Zunächst gilt: Ruhe bewahren und die Unfallstelle absichern. Also Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und das Warndreieck aufstellen. Verletzte Personen versorgen und wenn es erforderlich ist, den Notruf 112 wählen. Ist das Fahrzeug noch fahrbereit, sollte es möglichst sicher abgestellt werden. Bei einem nicht mehr fahrbereiten Fahrzeug sollten sich die Insassen an einen geschützten Ort begeben.

Nach einem Wildunfall ist zwingend die Polizei unter 110 zu verständigen – auch dann, wenn das Tier nach dem Zusammenstoß weiterläuft. Die Polizei informiert den zuständigen Jagdpächter beziehungsweise Jagdausübungsberechtigten, damit verletztes Wild gesucht und gegebenenfalls von seinen Leiden erlöst werden kann.

Von verletzten Tieren sollten Verkehrsteilnehmer Abstand halten. Sie können unberechenbar reagieren. Verletztes oder getötetes Wild darf nicht eigenmächtig mitgenommen werden. Ein totes Tier sollte nur dann von der Fahrbahn entfernt werden, wenn dies gefahrlos möglich ist. Dabei sollte es möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden.

Die Polizei Oberfranken appelliert:
Fahren Sie insbesondere in der Dämmerung sowie in Wald- und Feldgebieten aufmerksam und vorausschauend. Reduzieren Sie Ihre Geschwindigkeit und rechnen Sie jederzeit mit Wildwechsel.

red

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