Die provokante Geste bei einem Torjubel und die anschließende Sperre für U21-Neuling Paris Brunner spielen in der Bewertung von Nationaltrainer Antonio Di Salvo für die EM-Qualifikation keine Rolle. «Für mich ist wichtig, ihn so kennenzulernen bei uns, wie er sich präsentiert. Das war bis jetzt top und ich gehe davon aus, dass er auch weiterhin top sein wird», sagte Di Salvo vor dem Start in die entscheidenden drei Spiele im Kampf um das EM-Ticket. Los geht es am Samstag (18.00 Uhr/Sat.1) in Riga gegen Lettland.
Der frühere U17-Welt- und -Europameister war für vier Spiele gesperrt worden. Zwei der vier Partien erhielt Brunner allerdings auf Bewährung. Der Angreifer von AS Monaco hatte beim 1:1 bei Racing Straßburg vor gut eineinhalb Wochen nach seinem sehenswerten Ausgleichstreffer in Richtung der Straßburg-Fans einen Schnitt durch die Kehle angedeutet, wie auf TV-Bildern zu sehen war. Auf dem Platz wurde die Geste nicht geahndet.
«Ich bin natürlich jetzt nicht super happy über diese Geste, die er gemacht hat. Er hat mir dann auch erklärt, es war gar nicht im Zusammenhang mit irgendwelchen Fans, sondern einfach in Richtung, dass er das Spiel dadurch zumachen wollte», berichtete Di Salvo von einem Gespräch mit Brunner. «Das war irgendwo ein Fehler, den er begangen hat, aber das ist dann jetzt auch wieder ein paar Tage her.»
Der frühere Dortmunder ist einer von sieben Neulingen im Aufgebot der U21. «Wir haben uns früher ein paar Mal getroffen, auch mal so privat, weil ich ihn einfach cool finde. Ich mag ihn und hier ist er einfach so, wie er ist. Er ist sehr locker, er macht seine Witze, er ist ein super Fußballer», sagte Kapitän Tom Bischof. «Das zeigt er auch hier, was ich bisher im Training gesehen habe. Er spielt überragend in seinem Verein.»
Die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes ist Tabellenführer in der Gruppe F und hat die Qualifikation für die EM vom 16. Juni bis 3. Juli 2027 in Albanien und Serbien selbst in der Hand. Bei Siegen in Lettland, am Mittwoch in Malta und am 6. Oktober in Bielefeld gegen Georgien ist man sicher als Gruppensieger qualifiziert.
Quelle: dpa