Baby Alina

Toter Säugling am Wegesrand: Behörden finden die Eltern

04. November 2026 , 16:36 Uhr

Die Geschichte eines toten Babys, das in einer Einkaufstüte an einem Feldweg abgelegt wurde, hat viele Menschen bewegt. Nun haben die Behörden die Eltern gefunden.

Gut einen Monat nach dem Fund eines toten Säuglings an einem Feldweg im Münsterland haben die Behörden die Eltern gefunden. Der 37-jährige Vater und die 42-jährige Mutter leben in Hamm (NRW). Beide seien am Dienstag vorläufig festgenommen worden, aber schon nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Gegen beide habe sich bislang kein dringender Tatverdacht ergeben. Das kleine Mädchen sei vermutlich schon tot auf die Welt gekommen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Der Säugling war am 26. September in Beckum in einer grauen Einkaufstüte am Wegesrand abgelegt worden. Passanten fanden das in ein Saunatuch eingewickelte tote Kind. Weil die Herkunft der Kleinen völlig unklar war, gaben Ermittler ihr den Namen Alina. Sie wurde schließlich bei einer öffentlichen Trauerfeier auf dem städtischen Friedhof in Beckum in einem weißen Sarg beigesetzt.

Mutter soll Schwangerschaft verheimlicht haben

Auf die Spur der Eltern sei man durch einen Abgleich der DNA des kleinen Mädchens gekommen. Der Vater sei polizeibekannt, seine DNA sei deshalb erfasst gewesen.

Seine Lebensgefährtin habe in den Vernehmungen ausgesagt, dass sie die Schwangerschaft mit dem kleinen Mädchen vor allen anderen Menschen verheimlicht habe. Schließlich habe sie das Kind allein in ihrer Wohnung zur Welt gebracht. Es habe allerdings keinerlei Lebenszeichen gehabt. Diese Aussage werde durch das Ergebnis der Obduktion mit hoher Wahrscheinlichkeit bestätigt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Der Vater habe ausgesagt, dass er nichts von der Schwangerschaft seiner Partnerin mitbekommen habe. Er habe eines Tages im Keller eine stark riechende Tüte gefunden und entschieden, sie zu entsorgen. Dass in der Tüte, die er schließlich an dem Feldweg in Beckum ablegte, seine eigene tote Tochter liege, habe er überhaupt nicht geahnt. Für die Ermittler gebe es bislang keinen Grund, an dieser Aussage zu zweifeln, sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Mädchen war im Gesicht verletzt

Die Obduktion des Leichnams hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft «Anhaltspunkte für eine mögliche Gewalteinwirkung» ergeben. Dies könnten aber Verletzungen sein, die bei der Geburt entstanden sind, sagte der Sprecher.

Gegen die Eltern werde zwar weiterhin wegen Totschlags ermittelt – es gebe im Moment aber keinen dringenden Tatverdacht gegen sie. Beide seien deshalb wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

Quelle: dpa

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