Mehr als 20 Monate nach dem Tod eines Dresdner Polizisten in Südbrandenburg durch einen flüchtenden Autodieb hat die Polizei die mutmaßlichen Drahtzieher in Polen festgenommen. Fahnder des Landeskriminalamtes Sachsen (LKA) verhafteten mit polnischen Spezialeinheiten in der Vorwoche neun Männer im Alter zwischen 19 und 54 Jahren, wie das LKA auf Anfrage mitteilte. Zwei weitere Beschuldigte stellten sich selbst. Zuvor hatten die «Lausitzer Rundschau», die «Märkische Oderzeitung» sowie die «Bild»-Zeitung berichtet.
Demnach gehören die Verdächtigen zu einer Bande von Autodieben, die den Dresdner Polizisten Maximilian Stoppa im Januar 2025 bei einer Kontrolle überfahren und getötet hatten. Die Drahtzieher seien gefasst, sagte Sachsens LKA-Präsident Dirk Lichtenberg. «Das ist mir sehr wichtig, weil mir der Tod meines Kollegen sehr nahegegangen ist und weil wir damit auch Gefahren für meine anderen Kollegen auf der Straße verringern können.»
Der Tod des Polizisten Maximilian Stoppa aus Sachsen hatte bundesweit große Bestürzung ausgelöst. Der 32-Jährige war im Januar 2025 bei einem Einsatz in Lauchhammer (Landkreis Oberspreewald-Lausitz) gegen mutmaßliche Autodiebe gestorben, als er von einem Tatverdächtigen angefahren wurde.
Ein 27 Jahre alter Pole war vom Landgericht Cottbus wegen eines illegalen Autorennens mit Todesfolge zu zehn Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Da aber sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt, überprüft der Bundesgerichtshof das Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung wegen Mordes und eine lebenslange Haftstrafe gefordert, die Verteidigung eine geringe Haftzeit.
In der Vorwoche waren die neun Beschuldigten bei Durchsuchungen in mehreren polnischen Städten festgenommen worden. Sie sitzen laut Staatsanwaltschaft Dresden in Auslieferungshaft. Über eine Auslieferung werde in den nächsten 30 Tagen entschieden. Die beiden Beschuldigten, die sich selbst gestellt hatten, sitzen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bereits in Deutschland in Untersuchungshaft.
Sie sollen zwischen 2017 und Ende 2025 hochwertige Autos in Deutschland gestohlen und in Polen gewinnbringend verwertet haben. Zugeschlagen haben sie den Angaben zufolge unter anderem in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen und Baden-Württemberg. Der Schaden belaufe sich auf mehr als drei Millionen Euro, so die Ermittler. Die Beschuldigten sitzen laut Staatsanwaltschaft Dresden in Auslieferungshaft.
Quelle: dpa