Traditionelle Küche

«The Taste»-Koch Herrmann und die seltenen Rindsrouladen

31. Oktober 2026 , 12:50 Uhr

Kalbskopf oder Rindsrouladen? Das wird in Restaurants nach Meinung eines Spitzenkochs nicht mehr oft angeboten. Warum das so ist und wie es sich mit Hase in Blutsoße verhält.

Aufwendig gekochte Traditionsgerichte? Die stehen in Gaststätten oft nicht mehr auf der Speisekarte, hat der Spitzenkoch Alexander Herrmann beobachtet. «Nehmen wir eine Rinderroulade. Die muss ausgelegt, plattiert, gefüllt, gerollt, geschmort werden. Danach wird die Soße fertiggemacht. Das kostet enorm viel Arbeitszeit», sagte der TV-Koch aus der Sat.1-Show «The Taste» der «Augsburger Allgemeinen».

Wenig Aufwand, hoher Preis

Warum also so viel Aufwand, wenn es auch rentabler geht? «Ein Rinderfilet dagegen schneidest du zu, brätst es links und rechts an und schickst es raus», erklärt der Gastronom. «Für ein Filet zahlen die Gäste 45 Euro. Bei 29 Euro für eine Roulade zögern einige. Deshalb schauen Gastronomen, welche Gerichte wenig Arbeit machen und einen hohen Verkaufspreis ermöglichen.» 

Als Beispiel für ein rasches Essen nennt Herrmann Tatar. «Für aufwendige traditionelle Gerichte wie Kalbskopf oder eine sorgfältig gekochte Brühe ist die Kalkulation viel schwieriger», berichtet der Koch, der Restaurants in Nürnberg und im mittelfränkischen Wirsberg betreibt. 

Hase in Blutsoße?

Doch was stünde auf der Speisekarte ohne solche finanziellen Zwänge? «Wenn Köche eine Karte schreiben dürften, ohne auf Gäste und Wirtschaftlichkeit zu achten, sähe sie ganz anders aus: Hase in Blutsoße, Kalbsbries oder panierte Milzwurst», glaubt Herrmann und ergänzt: «Das muss man freilich mögen».

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

31.10.2026 So hält es Thomas Gottschalk mit «Wetten, dass...?» Mit «Wetten, dass...?» wurde Thomas Gottschalk zum Kultmoderator. Nun versuchen sich die Brüder Kaulitz mit einer Neuauflage. Wie Gottschalk dazu steht und was ihn und seine Frau glücklich macht. 29.10.2026 Zäune fürs Kehlsteinhaus - Debatte um Zukunft der Ruine Hitlers ehemaliges Teehaus in spektakulärer Lage am Kehlstein ist abgebrannt. Wie geht es nun mit der Ruine weiter? 28.10.2026 Rund 15.000 Menschen müssen Trinkwasser erneut abkochen Trotz Reinigung und Desinfektion tauchten im Wasserspeicher erneut Keime auf. Im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm heißt es also noch einmal: Wasser abkochen. 28.10.2026 Kehlsteinhaus: Versicherungsgutachter am Brandort Hitlers ehemaliges Teehaus in spektakulärer Lage am Kehlstein ist abgebrannt. Auch Tage später ist die Schadenshöhe unklar. Was nun weiter geschieht.