Zu wenig Essen für immer mehr Menschen. Die Tafeln in Deutschland sind überlastet. Die Hilfsorganisation Tafel spricht jetzt vom „Ausnahmezustand“ und fordert dringend Hilfe von der Politik. In Bayreuth können bei der Tafel bereits seit einem Jahr nur noch die Hälfte der Ausgaben stattfinden: statt wöchentlich nur noch alle zwei Wochen. Erste Vorsitzende Ingrid Heinritzi-Martin:
„Das hätten wir sonst nicht hinbekommen, da die Lebensmittelspenden weniger geworden sind. Wir haben das heuer schon auch sehr deutlich gespürt, zum Beispiel war im Winter das Obst und Gemüse bereits bei zur Hälfte der Ausgabezeit komplett ausgegeben, auch wenn unsere Helfer versucht haben, das möglichst gut zu strecken, sodass jeder etwas bekommen kann.“
Die Inflation treibt gleichzeitig mehr Menschen zur Tafel. Solche Themen werden beispielsweise auch am kommenden Wochenende beim Bundestafeltreffen in Mannheim besprochen. Dort sind alle 960 Tafeln aus Deutschland vertreten, auch die Bayreuther.
Vergleicht man Bayreuth mit der bundesweiten Situation gibt es aber auch etwas Positives, sagt Heinritzi-Martin:
„Die Tafel in Bayreuth ist noch eine der wenigen Tafeln, die immer noch mit „der Münze“ klar kommt. Unsere Kunden bezahlen einen Euro für eine Person, 1,50 Euro für zwei Personen und für mehr Personen zwei Euro. Diesen Preis können wir halten. Da sind wir auch etwas stolz drauf. Es gibt Tafeln, die gar nicht mehr finanziell über die Runden kommen und die Preise deutlich teurer machen müssen.“
Diese Preise gelten seit Bestehen der Bayreuther Tafel. Das sind fast 20 Jahre.
Übrigens wird beim Bundestafeltreffen am Wochenende außerdem der Vorsitzende der Tafel Deutschland e.V. von der Versammlung gewählt, nachdem Jochen Brühl nach Jahre langer Amtszeit nicht mehr zur Wahl steht.
bea