Ex-Häftling unter Verdacht

Suche im Outback: Fünfjährige in Australien entführt

28. April 2026 , 08:14 Uhr

Seit Tagen fehlt jede Spur von der fünfjährigen Sharon. Die Polizei glaubt, sie lebt noch – und fahndet im australischen Outback nach einem Ex-Häftling. Aber die Suche in der Wildnis ist schwierig.

Die Geschichte bewegt Australien: Seit dem Wochenende sucht die Polizei im Outback rund um die Kleinstadt Alice Springs intensiv nach einem fünfjährigen Mädchen. Die kleine Sharon verschwand in der Nacht zu Sonntag (Ortszeit) aus einem Haus im sogenannten Old Timers Town Camp am Stadtrand.

Inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass das Kind entführt wurde. Im Fokus steht ein 47-jähriger Mann, der sich zur Tatzeit ebenfalls in dem Haus in der indigenen Siedlung aufgehalten haben soll und erst wenige Tage zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Nach Angaben der Polizei hatte er eine rund 18-monatige Gefängnisstrafe wegen schwerer Gewaltdelikte verbüßt. Er soll eine «lose Verbindung» zur Familie des Kindes gehabt haben. Zuletzt wurde er laut Ermittlern dabei beobachtet, wie er das Kind am späten Samstagabend an der Hand hielt. Seither fehlt von beiden jede Spur. Das Motiv hinter der Tat war noch unklar.

Suche mit Drohnen und indigenen Fährtensuchern

In der abgelegenen Wüstenregion läuft eine riesige Suchaktion. Hunderte Einsatzkräfte, unterstützt von Freiwilligen, durchkämmen ein unwegsames Gebiet aus dichtem Buschland – zu Fuß, mit Geländemotorrädern, Pferden, Drohnen und Hubschraubern. Auch erfahrene indigene Fährtensucher sind im Einsatz. Sie verfügen über ein tiefgreifendes, traditionelles Wissen, um Spuren von Menschen oder Tieren in der Natur zu lesen.

Alice Springs liegt im sogenannten «Roten Zentrum» Australiens, fast exakt in der geografischen Mitte des Kontinents im Northern Territory. Die abgelegene Wüstenstadt im Outback ist von enormen Distanzen geprägt: Die nächsten Großstädte – Adelaide im Süden und Darwin im Norden – sind jeweils mehr als 1.000 Kilometer entfernt.

Gefährliche Bedingungen in der Wildnis

Mit jeder Stunde wächst die Sorge. Noch halten die Beamten nach eigenen Angaben an der Hoffnung fest, dass das Mädchen noch am Leben ist. Die Suche gestaltet sich aber schwierig: Das Gelände ist unübersichtlich, das Gras teils hoch, die Temperaturen schwanken stark zwischen kühlen Nächten und heißen Tagen. Für ein fünfjähriges Kind können diese Bedingungen schnell gefährlich werden.

Unterstützung kommt aus der Bevölkerung. Dutzende Freiwillige helfen bei der Suche, lokale Organisationen koordinieren Einsätze. Die Familie des Mädchens wird von einem Krisenteam betreut. «Die Rückkehr von Sharon zu ihrer Familie ist und bleibt die oberste Priorität der Polizei des Northern Territory», sagte der amtierende Polizeipräsident Peter Malley.

Quelle: dpa

 

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