Jugendschutz

Studie: Jeder fünfte Minderjährige erlebt Cybergrooming

10. September 2026 , 11:00 Uhr

Erwachsene wollen Bilder, drängen auf Treffen oder schicken ungefragt Nacktfotos: Einer Studie zufolge machen besonders häufig ältere Jugendliche Erfahrungen mit Cybergrooming.

Etwa ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen in Deutschland hat einer Studie zufolge schon einmal Cybergrooming erlebt. 19 Prozent der Befragten gaben an, mindestens eine der untersuchten Formen erlebt zu haben. Das geht aus einer Untersuchung der Landesanstalt für Medien NRW hervor. Unter den 14- bis 17-Jährigen war demnach gut jeder Vierte betroffen, bei den 8- bis 13-Jährigen etwa jedes achte Kind.

Unter Cybergrooming versteht man die gezielte Anbahnung sexueller Kontakte mit Minderjährigen über das Internet. In der Studie wurden dazu verschiedene Formen abgefragt – etwa die Aufforderung, Bilder oder Videos zu schicken, sich vor der Kamera auszuziehen oder sich im echten Leben zu treffen.

Anteil im Vergleich zu Vorjahren gesunken

Der Anteil der Befragten mit solchen Erfahrungen ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. 2025 hatten noch 24 Prozent angegeben, mindestens eine Form von Cybergrooming erlebt zu haben, 2024 waren es 25 Prozent. Auch bei allen einzeln abgefragten Formen verzeichnet die Studie einen Rückgang. Jugendliche sind weiterhin häufiger betroffen als jüngere Kinder.

Zu den häufigeren Erfahrungen gehört, dass Erwachsene ein Treffen im echten Leben anbahnen oder Bilder verlangen: Elf Prozent der Befragten hatten schon einmal Kontakt zu einem Erwachsenen im Netz, der sich mit ihnen treffen wollte. Zehn Prozent wurden aufgefordert, Bilder oder Videos von sich zu schicken.

Mehr Wissen über Cybergrooming

Zugleich kennen mehr Kinder und Jugendliche den Begriff Cybergrooming. 43 Prozent hatten ihn schon einmal gehört oder gelesen, im Vorjahr waren es 38 Prozent. Befragte geben außerdem häufiger als in den Vorjahren an, zu wissen, wie sie bei unangemessenen Kontakten reagieren sollten. Von den Betroffenen brachen 70 Prozent den Kontakt ab, ebenso viele blockierten die Person. 47 Prozent sprachen mit jemandem über das Erlebte.

«Es kann nicht die Aufgabe von Kindern sein, sich allein gegen Erwachsene zu verteidigen, die sie im Netz manipulieren wollen», sagte der Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, Tobias Schmid. Aufklärung bleibe eine Daueraufgabe.

Für die Studie wurden vom 9. Juni bis 6. Juli 2026 insgesamt 2.095 in Deutschland lebende Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 17 Jahren online befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht und besuchter Schulform quotiert.

Quelle: dpa

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