Weltcup-Finale

Platz fünf statt Happy End: Aicher verpasst Abfahrts-Kugel

21. März 2026 , 14:12 Uhr

Emma Aicher startet enttäuschend in das alpine Saisonfinale. Bei der Abfahrt muss sie einer Konkurrentin zum Gesamtsieg gratulieren. Das Ergebnis könnte aus einem weiteren Grund bitter sein.

Emma Aicher gratulierte ihrer Rivalin fair – die Enttäuschung über den verpassten Kugel-Coup konnte sie aber freilich nicht verbergen. Deutschlands beste Skirennfahrerin ist bei der letzten Abfahrt der Saison nur Fünfte geworden und hat damit den Gewinn der Disziplin-Gesamtwertung verpasst. Diese geht stattdessen an Laura Pirovano: Die Italienerin wehrte beim Saisonfinale in Kvitfjell nicht nur Aichers Angriff ab, sondern gewann das Rennen sogar und machte damit den größten Erfolg ihrer Karriere perfekt.

«Ich habe vor dem Wochenende gesagt, dass alles, was passiert, nur noch ein Bonus ist», schilderte Aicher danach im ZDF und erinnerte an ihre so starke Saison bislang. Die 22-Jährige holte unter anderem zwei Olympia-Medaillen und fuhr im Weltcup neunmal auf das Podest – dreimal davon als Siegerin.

Gratulation an Siegerin Pirovano: «Passt schon»

In Kvitfjell hätte sie 28 Punkte aufholen müssen auf Pirovano, um erstmals in ihrer noch jungen Karriere eine Kristallkugel zu gewinnen. Das misslang, sie hatte am Ende 83 Zähler Rückstand. Schon kurz nach der Zieldurchfahrt fasste sich Aicher enttäuscht an den Helm.

Kurz danach startete Pirovano und beseitigte alle Zweifel. Die 28-Jährige war in ihrer Karriere nie auf das Podest gefahren, ehe sie vor zwei Wochen die beiden Heim-Abfahrten in Val di Fassa gewann – und nun noch einen drauflegte. «Sie hat die letzten drei Abfahrten gewonnen, dann ist es so was von verdient, wenn man die Kugel gewinnt», resümierte Aicher. «Das passt schon.»

Weidle-Winkelmann auf Podest – aber dennoch enttäuscht

Die Italienerin verwies in Kvitfjell Olympiasiegerin Breezy Johnson aus den USA und Kira Weidle-Winkelmann auf die weiteren Podestplätze. Der DSV-Athletin vom Starnberger See fehlten 0,25 Sekunden auf ihren ersten Weltcupsieg.

«Ziemlich bitter», sagte sie danach im ZDF. Sie meinte einerseits das eigene Rennen, aber auch den nicht geglückten Kugel-Coup ihrer Teamkollegin Aicher. «Wenn man so knapp dran ist, wie wir beide waren, dann will man natürlich auch ganz oben stehen», sagte Weidle-Winkelmann. Sie selbst verpasste es, in der Abfahrts-Jahreswertung unter die besten Drei aufzusteigen.

Das deutsche Warten auf eine Disziplin-Kristallkugel geht damit weiter – letztmals hatte Riesenslalom-Spezialistin Viktoria Rebensburg im Jahr 2018 den begehrten Pokal in den Händen halten dürfen.

Vorentscheidung auch im Kampf um große Kugel?

Auch die Chancen für Aicher auf den größtmöglichen Triumph, nämlich die große Kristallkugel in der Gesamtwertung, sind in Kvitfjell arg geschmolzen. Sie konnte nämlich nicht wie erhofft deutlich näher an die führende Mikaela Shiffrin heranrücken, die auf einen Start in der Abfahrt verzichtet hatte.

Die Amerikanerin führt immer noch mit 95 Punkten Vorsprung auf Aicher. Am Sonntag (10.45 Uhr/ZDF und Eurosport) treten beide im Super-G direkt gegeneinander an, ehe am Dienstag und Mittwoch Slalom und Riesenslalom folgen. In den technischen Events ist US-Star Shiffrin deutlich favorisiert.

Quelle: dpa

 

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