Jahreswechsel

Silvesternacht in Bayern: Viele Brände und eine Tote

01. Januar 2026 , 14:48 Uhr

Mit Partys und Feuerwerk haben viele Menschen friedlich ins neue Jahr gefeiert. Für Feuerwehr und Polizei war die Nacht dennoch alles andere als ruhig.

Eine Tote, Verletzte und etliche Brände – in der Silvesternacht waren Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte in Bayern vielerorts stark gefordert. In Würzburg starb eine Seniorin nach einem Balkonbrand. In Niederbayern schoss ein Mann auf seine ehemalige Lebensgefährtin und verletzte diese schwer. Überall im Land verzeichneten die Einsatzkräfte zahlreiche Brände, die vermutlich Feuerwerk verursacht hatte.

Auf der großen Silvesterparty auf der Ludwigstraße in München feierten nach Angaben der Polizei mehrere Tausend Menschen friedlich den Jahreswechsel. Insgesamt sprachen Polizeisprecher eher von einer gewöhnlichen Silvesternacht mit nur wenigen größeren Zwischenfällen.

Seniorin stirbt nach Feuer

Die Polizei in Unterfranken rückte zu 140 Einsätzen aus, vorwiegend wegen kleinerer Brände, Ruhestörung, Streitigkeiten und Sachbeschädigungen. Überschattet wurde die Nacht aber vom Tod einer 88-Jährigen, die nach einem Feuer in ihrer Wohnung in Würzburg im Krankenhaus starb.

Nach ersten Erkenntnissen der Brandermittler hatte wahrscheinlich eine Rakete das Feuer auf dem Balkon des Mehrfamilienhauses verursacht. Die Flammen griffen von da auf die Wohnung über. Die Polizei sucht nun wegen fahrlässiger schwerer Brandstiftung mit Todesfolge zwei Männer und eine Frau, die Zeugen beim Zünden von Feuerwerk beobachtet hatten.

Am Silvesterabend wurde zudem eine 59-Jährige in Niederbayern von ihrem ehemaligen Lebensgefährten angeschossen. Der 67-Jährige verletzte die Frau demnach in Ruhstorf a. d. Rott (Landkreis Passau) durch drei Schüsse schwer. Die Polizei nahm den Verdächtigen noch am Abend fest. Er sollte im Laufe des Neujahrstags vor einen Ermittlungsrichter kommen.

Flammenreiche Nacht

Als «sehr flammenreich» beschreibt ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West die Silvesternacht. Andere Polizeipräsidien berichten ebenfalls von vielen Einsätzen wegen Bränden – meistens kleineren Feuern wie brennende Hecken, Mülleimern und Garagen.

In Oberbayern Nord seien solche Feuer fast ausschließlich durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums. Von vielen Einsätzen berichtet auch ein Sprecher für Schwaben Nord. In Schwaben gerieten zwei Wohnhäuser in Brand, der Schaden dürfte eine Million Euro betragen. Auch hier sei ein Feuerwerkskörper als Ursache nicht auszuschließen, hieß es von der Polizei.

Jugendlicher von Rakete verletzt

Mehrmals stellten Beamte in der Silvesternacht Kinder und Jugendliche fest, die mit Böllern oder Raketen hantierten, die nur für Erwachsene zulässig sind. In Starnberg endete dies für einen 14-Jährigen im Krankenhaus.

Der Jugendliche verletzte sich, als er nach Angaben der Polizei eine Rakete aus der Hand habe starten wollen. Diese sei noch in seiner Hand explodiert. Der Jugendliche habe offene Wunden und Verbrennungen erlitten. Nach ersten Erkenntnissen gaben Angehörige dem Jungen die Rakete, obwohl sie ausschließlich von Erwachsenen hätte gezündet werden dürfen.

In der Nacht kam es außerdem zu mehreren großen Bränden. So wurden drei Menschen bei einem Scheunenbrand in Petersaurach (Landkreis Ansbach) leicht verletzt. Ebenfalls in Mittelfranken wurde eine Person bei einem Feuer in einem Mehrfamilienhaus verletzt. Nach Angaben eines Sprechers entstand bei dem Brand in Ansbach ein Schaden von mindestens zwei Millionen Euro. 

In Oberbayern geriet in der Nacht ein Fitnessstudio in Flammen. Ob die Brände durch Feuerwerkskörper verursacht wurden, war in allen drei Fällen zunächst noch unklar.

Quelle: dpa

 

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