Ein Boykott-Aufruf gegen Tankstellen des Konzerns Shell sorgt derzeit in sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten für Aufmerksamkeit. In einem Kettenbrief wird dazu aufgerufen, noch bis zum 10. April nicht bei Shell zu tanken, um den Mineralölkonzern dazu zu bringen, die Spritpreise zu senken. Der österreichische Faktencheck-Verein Mimikama hält die Aktion jedoch für unseriös. Pressesprecher Andre Wolf sagt:
Wir haben es hier mit einem reinen Kettenbrief zu tun, natürlich. Die Idee dahinter ist klar: man möchte etwas tun, man möchte gegen die Preise was machen, man möchte schnelle Aktionen haben, aber hier haben wir es mit einer eher unkoordinierten Aktion zu tun. Es gibt keine Gruppe, die dahintersteht, keine Informationsstelle, mit der man in Kontakt treten könnte. Das heißt, das sind reine private Initiativen letztendlich.
Im Kettenbrief wird auch eine angeblich erfolgreiche Boykott-Aktion in Kanada genannt – laut Mimikama gebe es dafür aber keine Belege. Ob der aktuelle Aufruf tatsächlich Wirkung zeigt, ist laut Wolf ohnehin fraglich: Ohne ein dauerhaft verändertes Tankverhalten vieler Autofahrer lasse sich der Spritpreis kaum beeinflussen.
red