Nach dem Missbrauchs-Geständnis eines bereits verurteilten Sexualstraftäters könnte der Prozess gegen den Mann vor dem Landgericht Aschaffenburg am Mittwoch (9.00 Uhr) zu Ende gehen. Der 23-Jährige hatte gestanden, in seinem Hafturlaub zwei Jungen sexuell missbraucht zu haben.
Er war vom Landgericht Hannover bereits 2021 rechtskräftig wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden und kam dafür fast vier Jahre in Haft. 2025 war er zur Vorbereitung auf seine Entlassung im Hafturlaub in Bayern – dabei soll er in Unterfranken, aber auch im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt erneut Jungen sexuell missbraucht haben.
Beim Prozess am Mittwoch dürfte zunächst der psychiatrische Sachverständige zu Wort kommen. Wird die Beweisaufnahme abgeschlossen, könnten die Plädoyers und das Urteil folgen.
Der Deutsche hatte die Vorwürfe zu Prozessbeginn am 7. Oktober eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfachen schweren sexuellen Missbrauch, Herstellen und Besitz von kinderpornographischen Inhalten, Vergewaltigung und Körperverletzung vor.
Das Opfer aus dem Raum Aschaffenburg soll zur Tatzeit zwischen März und Mai 2025 zwölf Jahre alt gewesen sein. Zudem soll es im Juli 2025 zu einem Übergriff auf einen damals Elfjährigen in Staßfurt gekommen sein. Die Sexualstraftaten soll der Mann teils gefilmt und fotografiert haben.
Nach Erkenntnis der Ermittler suchte der Verdächtige, der zu den Tatzeiten in Bayern lebte und in einer Fachambulanz für Sexualstraftäter betreut wurde, über soziale Medien Kontakt zu Minderjährigen und deren Familien.
Quelle: dpa