Umstrittene Tradition

Schwere Verletzung in Sevilla: Stier spießt Torero auf

21. April 2026 , 13:56 Uhr

Star-Torero Morante de la Puebla wird bei einem Stierkampf in Sevilla schwer verletzt. Der Bulle Clandestino stößt ihm ein Horn in den Unterleib – Ärzte operieren ihn zwei Stunden lang.

Der spanische Star-Torero Morante de la Puebla ist bei einem Stierkampf in der Arena La Maestranza in Sevilla schwer verletzt worden. Spanischen Medienberichten zufolge erlitt der 46-Jährige dabei eine tiefe Wunde im Bereich des Afters und Darms, als der über 500 Kilogramm schwere Stier Clandestino ihn mit einem der langen spitzen Hörner von hinten aufspießte. Er sei anschließend zwei Stunden lang operiert worden, berichtete die Zeitung «El País» unter Berufung auf den zuständigen Arzt.

Der Vorfall ereignete sich in einer der bekanntesten Stierkampfarenen Spaniens. La Maestranza in Sevilla ist regelmäßig Schauplatz großer Corridas. De la Puebla zählt zu den bekanntesten und populärsten Toreros Spaniens. Er wird von Anhängern als Ausnahmekönner verehrt, der die Kunst des Stierkampfs besonders verkörpere.

Laut Medien Dutzende Tote

Eine genaue Statistik gibt es nicht, aber spanische Medien sprechen von Dutzenden Toten seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Erst Anfang April war ein Mitarbeiter einer Stierkampfarena in Málaga getötet worden. Der Mann war beim Entladen der Tiere von einem der bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen aufgespießt worden. 2016 starb der Stierkämpfer Víctor Barrio in Teruel, als ein Stier mit dem Horn sein Herz durchbohrte. 

Der Stierkampf ist in Spanien und auch international hochumstritten. Befürworter sehen ihn als Teil der nationalen Tradition, die es zu bewahren gelte. Kritiker lehnen die Corrida hingegen entschieden ab. Sie betrachten den Stierkampf als Tierquälerei und fordern seit Jahren ein Ende der Praxis.

Quelle: dpa

 

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