Zulieferindustrie

Schaeffler hält trotz Gegenwinds an Mittelfristzielen fest

03. März 2026 , 12:48 Uhr

Die Fusion mit Vitesco kostet weiter Geld, doch operativ geht es für den fränkischen Zulieferer bergauf. Auch wenn vor allem aus den USA Gegenwind kommt - mittelfristig stehen die Wachstumsziele.

Der Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hält trotz unsicherer Gemengelage etwa in der E-Mobilität an seinen mittelfristigen Wachstumszielen fest. Mit dann profitabler E-Mobilität, Windkraft- und Luftfahrtaktivitäten will der Auto- und Industriezulieferer bis 2028 kräftig wachsen – der Umsatz soll bis dahin von 23,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr auf bis zu 29 Milliarden Euro klettern, kündigte Vorstandschef Klaus Rosenfeld bei der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens am Firmensitz in Herzogenaurach an. 

Roboter, Rüstung, Raumfahrt 

Aus neuen Geschäftsfeldern wie dem Bau von Komponenten etwa für humanoide Roboter, für die Rüstungsbranche sowie für die Raumfahrt erwartet Rosenfeld erst später signifikante Beiträge zu Umsatz und Ergebnis. Ziel sei es, bis 2035 zehn Prozent des Umsatzes aus neuen Feldern zu erwirtschaften. «Ich bin optimistisch, dass wir das vielleicht schon etwas früher schaffen», sagte der Firmenchef. 

In China sei gerade ein hochmodernes Innovationszentrum für die Robotertechnologie eröffnet worden. Für die Rüstungsindustrie sei ein neues Tochterunternehmen mit Sitz am Rüstungsstandort München gegründet worden. Bereits in Kürze soll ein Zulieferauftrag für den Drohnenhersteller Helsing unter Dach und Fach gebracht werden. Schaeffler will dort Elektromotoren für Kampfdrohnen beisteuern. 

Rote Zahlen unter dem Strich 

Im vergangenen Jahr hatte das stark von der Eigentümerfamilie dominierte Unternehmen noch einen Nettoverlust von 424 Millionen eingefahren. Das lag vor allem an Sondereffekten, besonders die Integration des 2023 übernommenen E-Antriebsspezialisten Vitesco. Ohne solche Sondereffekte, zu denen etwa auch Abfindungen für die Trennung von Mitarbeitern zählen, hätte Schaeffler unter dem Strich einen Gewinn in Höhe von 148 Millionen eingefahren. Im Jahr 2024 hatte der Verlust mit 632 Millionen Euro sogar noch höher gelegen. 

E-Mobilität – aber nicht nur 

Das Unternehmen setzt im Automobilbereich verstärkt auf Elektroantriebe. «In unserem Kerngeschäft machen wir gute Fortschritte. Das gilt vor allem für die Sparte E-Mobility, wo wir überdurchschnittlich stark gewachsen sind», sagte Rosenfeld. Die Umsätze in diesem Geschäftsfeld seien um sieben Prozent auf 5,015 Milliarden Euro geklettert. 

In diesem Geschäftsfeld macht Schaeffler aber immer noch ein operatives Minus von 805 Millionen Euro. Gewinne aus der E-Mobilität sollen im Jahr 2028 fließen – trotz der Kehrtwende in den USA, wo Präsident Donald Trump die Förderung von E-Autos gestrichen hat. Dies hat zu Milliarden-Abschreibungen der US-Hersteller geführt. Rosenfeld machte deutlich, dass Schaeffler die Verbrennertechnik fortsetzen werde. 

Schaeffler beschäftigt weltweit rund 110.000 Mitarbeiter. Ein im Zuge der Vitesco-Übernahme angekündigtes Ergebnisverbesserungsprogramm, das auch den Abbau von 4.700 Mitarbeitern vorsieht, sei zu großen Teilen abgearbeitet, sagte Rosenfeld. 75 Prozent der Mitarbeiter hätten das Haus bereits verlassen oder es seien entsprechende Vereinbarungen geschlossen.

Quelle: dpa

 

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