Mercedes-Werk Ludwigsfelde

Rüstungskonzern lässt Gespräche mit Mercedes über Werk offen

18. Mai 2026 , 16:56 Uhr

Mercedes-Benz will sein Werk in Ludwigsfelde zukunftsfähig aufstellen. Der Rüstungskonzern KNDS sucht Partner. Laut «Spiegel» verhandeln beide miteinander. Was sagen sie jeweils?

Der Rüstungskonzern KNDS lässt offen, ob er mit Mercedes-Benz über eine mögliche Übernahme des Werks in Ludwigsfelde in Brandenburg verhandelt. KNDS befinde sich im Wachstum und suche für den geplanten Hochlauf im Rüstungsbereich nach geeigneten Partnerunternehmen, teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. «An Spekulationen zu möglichen Partnern beteiligen wir uns nicht.»

Der «Spiegel» hatte zuvor berichtet, Mercedes-Benz spreche mit KNDS darüber, das Werk und einen Teil der rund 2.000 Mitarbeiter zu übernehmen. KNDS hat nach eigenen Angaben mit dem Unternehmen Dräxlmaier aus Sachsenheim (Baden-Württemberg) bereits einen Partner zur Unterstützung bei der Produktion des Panzers Boxer gefunden. Derzeit liefen noch Gespräche mit weiteren Kandidaten, sagte der Sprecher.

Mercedes-Benz will Ludwigsfelde «zukunftsfähig» ausrichten

Im Mercedes-Benz-Werk in Ludwigsfelde werden Baumuster des Transporters Sprinter und des E-Sprinters produziert. «Wir gehen davon aus, dass die Kundennachfrage nach diesen beliebten Fahrzeugen über das Jahr 2030 hinaus anhalten wird», sagte eine Sprecherin. «Bis dahin werden mehrere Varianten der aktuellen Sprinter-Generation (VS30) in Ludwigsfelde produziert.» Mercedes will die Kosten der Transporter-Herstellung senken. Die IG Metall sah vor einigen Monaten Unsicherheit für die Zukunft des Werks.

Zu dem «Spiegel»-Bericht äußerte sich das Unternehmen nicht konkret. «Parallel führt die Geschäftsleitung Gespräche mit dem Betriebsrat zur zukünftigen Ausrichtung des Standorts, wobei verschiedene Optionen diskutiert werden», sagte die Sprecherin. Das Ziel sei eine zukunftsfähige Lösung für Ludwigsfelde, die die spezifischen Rahmenbedingungen des Standorts optimal nutze und die Interessen der Belegschaft bestmöglich berücksichtige. Spekulationen würden nicht kommentiert.

Laut «Spiegel» soll auch im Gespräch sein, dass KNDS zunächst einen Teil des Werks mietet und Militärfahrzeuge von KNDS sowie Vans von Mercedes parallel produziert werden. Der deutsch-französische Rüstungskonzern ging 2015 aus der Fusion des deutschen Panzerherstellers Krauss-Maffei Wegmann und des staatlichen französischen Rüstungsunternehmens Nexter hervor. Die staatlichen Investitionen in Verteidigung und Rüstung nehmen auch in Deutschland zu.

Quelle: dpa

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