Viele Arbeitnehmer gehen auch mit einer Erkältung noch zur Arbeit. Und trotzdem: Noch nie haben sich so viele Arbeitnehmer krankgemeldet wie im vergangenen Jahr. Das zeigt eine Auswertung der Statistiken der DAK-Gesundheit für 2022. So sind DAK-Versicherte im letzten Jahr im Schnitt auf rund 20 Fehltage pro Kopf gekommen. Etwas mehr als zwei Drittel aller Beschäftigten sind im vergangenen Jahr mindestens ein mal krankgeschrieben gewesen. Im Jahr zuvor, trotz Coronapandemie, nur etwas weniger als die Hälfte. Die Ursache sehen Experten schon jetzt sehr klar. Dr. Ingo Rausch, der Bayreuther Kreisvorsitzende des Ärzteverbandes:
„Es ist ja so, dass wir feststellen, dass die Zahl der Grippeinfekte, nochmal deutlich höher ist als 2019. Das ist möglicherweise eine Folge des langen Maskentragens, das wir hinter uns haben und einer gewissen Immunbeeinträchtigung, dadurch, dass einfach das Training des Immunsystems durch Virusinfekte gefehlt hat.“
Eine weitere Ursache für den Anstieg der Krankmeldungen sieht er in der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Ein Anstieg der Statistik sei „sowieso erwartbar gewesen“, weil durch die Digitalisierung keine Krankmeldungen mehr verloren gehen können.
jt