Am Erntedanksonntag trommeln zahlreiche Initiativen dafür, Lebensmittel regional einzukaufen. Doch Verbraucher müssen auf einige Dinge achten, damit der Apfel, die Kartoffel oder das Brot im Einkaufskorb wirklich ein regionales Produkt ist.
Auf den ersten Blick sei das oft nicht einfach, denn der Begriff «regional» sei rechtlich nicht einheitlich definiert, sagte Andrea Winter, Sprecherin des Bundesverbandes der Regionalbewegung. Aus Sicht der Regionalbewegung sei entscheidend, dass möglichst die gesamte Wertschöpfungskette in der Region stattfinde – also Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung.
Zur Hauptveranstaltung des «Tags der Regionen» wird auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) im mittelfränkischen Bad Windsheim erwartet. Er betonte vorab: «Kaufen, wo es wächst.»
Nach Angaben des Bundesverbandes geben zahlreiche Regionalmarken und Kennzeichnungen Orientierung beim Lebensmittelkauf, so etwa «Geprüfte Qualität – Bayern» oder «Bio aus Bayern».
Dabei seien regionale Einkäufe nicht nur klassisch in Hofläden oder auf Märkten möglich, sondern auch inzwischen häufig in Supermärkten, wie Winter betonte. «Der anhaltende Wunsch vieler Menschen nach regionalen Lebensmitteln hat dazu geführt, dass auch zahlreiche Handelsketten eigene Regionalmarken entwickelt haben.»
Das sei grundsätzlich zu begrüßen, weil regionale Produkte eine breitere Kundschaft haben. Doch es lohne ein genauerer Blick: Die Kriterien, was «regional» bedeutet, seien je nach Anbieter unterschiedlich. «Teilweise beziehen sich Regionalmarken auf sehr große Herkunftsräume oder setzen Regionalität mit einer Herkunft aus Deutschland gleich.»
Aber aus Sicht der Regionalbewegung sollte Regionalität möglichst nachvollziehbar sein und auf regionalen Wertschöpfungsketten beruhen, bei denen Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung in einer klar definierten Region stattfinde, sagte Winter.
Wochenmärkte, Dorfläden, Fachgeschäfte, Hofläden und Direktvermarkter blieben wichtige Einkaufsorte. Dort werde Herkunft besonders transparent, und Verbraucherinnen und Verbraucher erhielten Einblicke in Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung: «Solche direkten Kontakte fördern das Verständnis für die heimische Land- und Ernährungswirtschaft und schaffen Vertrauen.»
Zum «Tag der Regionen» gibt es unter dem Motto «NAH versorgen – GUT für morgen» im September und Oktober bundesweit 1.367 Veranstaltungen – darunter Hoffeste, Betriebsführungen, Regionalmärkte, Ernteaktionen und Kulturangebote.
Quelle: dpa