Schonender Umgang mit Laub

Rechen und Besen statt Laubbläser - hilft Natur und Mensch

20. Oktober 2026 , 10:21 Uhr

Laubbläser zerstören nicht nur den Lebensraum von Vögeln, Igeln und Insekten. Sie schaden auch der Gesundheit von Menschen. Nicht nur Gartenbesitzer sollten umdenken, empfehlen Naturschutzverbände.

Statt heruntergefallene Blätter mit lärmenden Laubbläsern wegzupusten, sollten Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer nach Ansicht von Naturschutzverbänden auf Rechen und Besen setzen. «Laubbläser zerstören Lebensräume und Nahrungsgrundlagen für Vögel, Igel, Insekten und zahlreiche andere Kleintiere», erklärte Biologin Angelika Nelson vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV). Zudem schade die Lautstärke und die Feinstaubentwicklung auch den Menschen. 

Auch Kommunen sollten deshalb bei der Pflege von Parks und Grünanlagen umdenken, forderte der Bund Naturschutz (BN). Kommunen sollten so weit wie möglich auf Laubbläser verzichten – ausgenommen auf Straßen und Wegen, für den privaten Gebrauch sollten diese ganz untersagt werden. Das welke Laub sollte auf Beete und unter Gehölzen verteilt oder als Haufen zusammengeharkt werden, damit Insekten, Igel und andere Kleintiere dort im Winter Unterschlupf finden, hieß es vom BN. 

Laub ist natürlicher Dünger

Regenwürmer, Asseln, Springschwänze und Milben wandelten Laub und Pflanzenreste über den Winter in nährstoffreichen Humus, sagte Nelson. Zugleich diene das auch Vögeln und anderen Tieren als Nahrung. Laub wirke somit als natürlicher Dünger für den Boden und sorge für Artenvielfalt im Garten. «Wenn ein paar Jahre lang alle Blätter eingesammelt werden, lassen sich kaum noch Schmetterlinge, Käfer, Meisen oder Igel beobachten.»

Besonders schädlich für Insekten sind den Naturschutzverbänden zufolge Laubsauger, die auch überwinternde Kleintiere, Eier und Puppen einsaugen und töten. Für den Menschen seien elektrisch betriebene Laubbläser schädlich, weil sie laut LBV Staub, Pollen und Schimmelpilze aufwirbeln, die in die menschliche Lunge gelangen könnten.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

11.10.2026 Regen gibt Schwammerlsuchern Hoffnung Der trockene und heiße Sommer sorgte für einen schwierigen Start in die Schwammerlsaison. Der Regen dieser Tage könnte Pilzsammlern in Bayern doch noch gut gefüllte Körbe bescheren. 02.10.2026 Urteil: Kampenwandbahn darf neu gebaut werden Die Kampenwand ist ein beliebter Ausflugsort im Chiemgau. Seit Jahren gab es Streit darüber, ob dort eine neue Seilbahn gebaut werden soll. Nun hat der VGH entschieden - mit einer Einschränkung. 24.09.2026 Nach Dürresommer weniger Pilze in Bayern Die lange Trockenheit im Freistaat wirkt nach: Schwammerlsucher und Pilzforscher werden in dieser Saison kaum fündig. Sie haben aber noch Hoffnung. 23.09.2026 Gen Süden oder bleiben? - Welche Vögel jetzt ziehen Viele Vögel verbringen den Winter im warmen Süden. Eine Expertin erklärt, welche Vögel schon dorthin abgeflogen sind und warum manche noch warten.