Hausfriedensbuch

Prozess: Tierschützer auf dem Hof des Bauernpräsidenten

10. Juni 2026 , 15:09 Uhr

Ob die Demo auf dem Hof des bayerischen Bauernpräsidenten rechtens war, muss das Amtsgericht Hersbruck klären. Der Funktionär und seine Gattin müssen in den Zeugenstand.

Sieben Sympathisanten der Protestbewegung «Animal Rebellion», die im März 2025 auf dem Hof des bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner demonstriert hatten, stehen in Nürnberg vor Gericht. Ihnen wird Hausfriedensbruch vorgeworfen. Die Verhandlung vor einem Richter des Amtsgerichts Hersbruck wurde notwendig, nachdem vorher ausgestellte Strafbefehle nicht akzeptiert worden waren. In Hersbruck standen für die große Zahl an Protestbeteiligten keine geeigneten Räumlichkeiten zur Verfügung, weshalb nach Nürnberg ausgewichen werden musste. 

Die Gruppe «Animal Rebellion» hatte im März vergangenen Jahres nach eigenen Angaben mit der Aktion gegen die mögliche Ernennung des CSU-Politikers Felßner zum Bundesagrarminister demonstriert. Dieser zog in der Folge seine Kandidatur zurück. Später wurde bekannt, dass das Veterinäramt bei einer Kontrolle auf Felßners Hof Mängel bei der Tierhaltung festgestellt hatte, etwa bei Einstreu und Entmistung. Nach Angaben von Felßner wurden die Mängel umgehend behoben. 

Pyrotechnik und Banner

Die Angeklagten sollen am 24. März 2025 unberechtigt Felßners Anwesen in Lauf a.d. Pegnitz betreten, dort Pyrotechnik gezündet und mit Bannern und Plakaten gegen vermeintlich tierschutzrelevante Missstände protestiert haben, sagte eine Justizsprecherin. Die Ehefrau des Bauernpräsdidenten wurde nach Angaben Felßners in Angst und Schrecken versetzt. Die Eheleute sollen am 17. Juni als Zeugen vor Gericht aussagen. Dann wird auch bereits ein Urteil erwartet. 

13 Beteiligte

Insgesamt waren gegen 13 Menschen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren Strafbefehle beantragt worden. Einer der Betroffenen hatte die Strafe akzeptiert, weitere Verfahren wurden abgetrennt, drei waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert und konnten an der Hauptverhandlung nicht teilnehmen. Die sieben verbliebenen Personen beteuerten, zwar an der Protestaktion beteiligt gewesen, sich jedoch nicht bewusst gewesen zu sein, Privatgrund betreten zu haben. Über den Hof Felßners in Lauf bei Nürnberg führt unter anderem ein öffentlicher Weg.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

11.06.2026 Prozess gegen Ex-Bürgermeister wegen Wahlfälschung im Herbst Ein langjähriger Bürgermeister gibt Wahlfälschung zu – daher muss in einem Dorf in Unterfranken noch einmal gewählt werden. Doch damit ist die Sache nicht abgehakt. Im November gibt es einen Prozess. 11.06.2026 Illegale Müllexporte: Angeklagter akzeptiert Haftstrafe Der Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma gesteht illegale Müllexporte nach Tschechien. Schon am ersten Prozesstag kommt es zur Einigung auf einen Strafrahmen. 11.06.2026 Lebenslange Haft für Mord an Mutter? Urteil nächste Woche Blutspuren, eine Mütze und Aussagen eines Kindes: Der Mord an einer Mutter erschüttert Augsburg. Wer ist der wahre Täter – und wie verstrickt, sind die Beteiligten wirklich? 10.06.2026 Bestechung in Ausländerbehörde – weitere Anklage erhoben Aufenthaltsgenehmigungen gegen Geld? Der Bestechungsskandal in der Münchner Ausländerbehörde zieht Kreise.