Unruhen

Menschenrechtler: Mindestens 19 Tote bei Unruhen im Iran

04. Januar 2026 , 17:33 Uhr

Die iranische Regierung macht keine genauen Angaben zu den gegenwärtigen Unruhen im Land - geschweige denn zu möglichen Opfern. Laut Menschenrechtsorganisationen gibt es aber Tote.

Bei den Unruhen im Iran sind nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation mindestens 19 Demonstranten getötet worden. Hunderte weitere seien verletzt und festgenommen worden, teilte Iran Human Rights mit Sitz in Oslo in seinem jüngsten Bericht mit. Zudem sollen die Behörden zumindest in einigen Gebieten schwere Waffen eingesetzt haben, um Proteste niederzuschlagen.

Die iranische Regierung macht weiterhin keine Angaben zu den Unruhen und Opfern. Daher stützen sich aktuelle Angaben vor allem auf Berichte in den sozialen Medien sowie von Menschenrechtsaktivisten im Ausland. Diese Berichte können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.

Laut Augenzeugen kam es auch im Zentrum der Hauptstadt Teheran zu dramatischen Szenen. Demonstrierende ignorierten die Aufforderung der Polizei, den Ort unverzüglich zu verlassen. Daraufhin gingen die Beamten mit Schlagstöcken gegen die Menge vor, darunter viele junge Frauen. Einige Teilnehmer der Proteste wurden in Minibusse gezerrt und abtransportiert, andere suchten in nahegelegenen Geschäften Schutz vor Polizei- und Sicherheitskräften.

Journalisten ist es untersagt, direkt über die Proteste zu berichten, egal ob sie für iranische oder ausländische Medien arbeiten. Fotografen wurde unmissverständlich klargemacht, dass sie keine Aufnahmen machen dürfen – andernfalls droht ihnen ein Arbeitsverbot. Veröffentlichungen in iranischen Medien unterliegen der Zensur durch Behörden. 

Die Unruhen erschüttern den Iran seit vergangenem Sonntag. Sie richten sich gegen die islamischen Machthaber des Landes. Zunächst protestierten die Menschen nur in Teheran gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung, doch schon bald entwickelten sich daraus landesweite politische Unruhen.

Neben der massiven Kritik an der gegenwärtigen Führung werden dabei auch Rufe nach einer Rückkehr der Monarchie laut, die durch die islamische Revolution 1979 gestürzt worden war.

Quelle: dpa

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