Zugverkehr

Politiker fordern Ende der Misere auf der Riesbahn

01. Januar 2026 , 04:00 Uhr

Zugausfälle, verärgerte Schüler, Pendler und Unternehmen: Die Riesbahn sorgt seit Langem für Unmut. Was Bahn und Betreiber zur aktuellen Situation sagen.

Kommunalpolitiker aus Bayern und Baden-Württemberg wollen die Einschränkungen auf der länderübergreifenden Riesbahn in Schwaben nicht mehr länger hinnehmen. Probleme auf der Strecke seien keine Ausnahme, sie prägten vielmehr «seit Monaten und Jahren den gesamten Betrieb», schrieben die Oberbürgermeister von Nördlingen und Aalen, David Wittner und Frederick Brütting, an Bahnchefin Evelyn Palla.

Die Oberbürgermeister listen eine Reihe von Mängeln auf: Es habe wiederholt keine Fahrdienstleiter gegeben, wegen Krankheit ausgefallene Stellwerks-Inspektionen hätten Zugausfälle verursacht und auch der Ersatzverkehr mit Bussen sei unzuverlässig. Hinzu kämen Signalstörungen oder Gleisunebenheiten. «Verspätungen sind auf der Riesbahn die Regel», kritisieren die Politiker.

«Für die Menschen in unserer Region bedeutet dies: Berufsverkehre geraten ins Wanken, Schüler und Auszubildende kommen nicht zuverlässig an, Unternehmen beklagen Planungsunsicherheit, und viele Bürgerinnen und Bürger verlieren endgültig das Vertrauen in den Schienenverkehr», heißt es in dem Brief.

Die Rathauschefs betonten, dass auch die großen Unternehmen in der Region eine zuverlässige Infrastruktur bräuchten. Zuvor hatte auch schon das Landratsamt Ostalbkreis ausfallende Verbindungen auf der Strecke Donauwörth-Aalen kritisiert.

Regionaler Betreiber kann die Kritik gut verstehen

Das Bahnunternehmen Arverio, das auf der Riesbahn fährt, nannte die Kritik «völlig berechtigt». Arverio verweist ebenfalls darauf, dass die Infrastruktur der Deutschen Bahn (DB) nicht verlässlich sei. Das Regionalbahnunternehmen werde immer wieder kurzfristig mit Streckensperrungen und Einschränkungen konfrontiert, «die einen geordneten Zugbetrieb erschweren oder teilweise unmöglich machen», sagte ein Sprecher.

Nach Angaben der Oberbürgermeister und von Arverio kam es in der Vergangenheit mehrfach zu Zugausfällen, weil kein Personal in den Stellwerken gewesen sei. Diesbezüglich betont die DB, dass sich die Situation gebessert habe. Inzwischen gebe es in den Stellwerken eine stabile Besetzung, «um personalbedingte Ausfälle bestmöglich zu vermeiden».

Hinsichtlich des technischen Zustands von Gleisen, Weichen und anderer Technik verwies eine DB-Sprecherin auf die laufende Modernisierung des Netzes in ganz Bayern. «Das gilt auch für die Riesbahn.»

Quelle: dpa

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