Kriminalität

Lebenslange Haft für Mord an Mutter? Urteil nächste Woche

11. Juni 2026 , 15:09 Uhr

Blutspuren, eine Mütze und Aussagen eines Kindes: Der Mord an einer Mutter erschüttert Augsburg. Wer ist der wahre Täter – und wie verstrickt, sind die Beteiligten wirklich?

Im Prozess um das Gewaltverbrechen an einer dreifachen Mutter in Augsburg hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes verlangt. Die beiden Anwälte des 30-Jährigen plädierten hingegen auf Freispruch.

Das Landgericht Augsburg will am kommenden Dienstag das Urteil verkünden. Das Verbrechen an der Frau, die drei kleine Kinder hinterlässt, hat in Augsburg viele Menschen schockiert. Ein Sohn und eine Tochter waren im Haus und mussten das schreckliche Geschehen miterleben.

Der Angeklagte habe die Frau im Auftrag seines Ziehvaters mit vier Schüssen in den Kopf umgebracht, sagte der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag. Hintergrund sei, dass sich die 30 Jahre alte Frau einige Wochen zuvor von dem Ziehvater getrennt und eine Versöhnung abgelehnt habe. Die Verteidigung betrachtet hingegen den Ziehvater selbst als den Schützen, der die Frau in deren Küche aus Eifersucht getötet habe.

Der Staatsanwalt verlangte auch die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Sollte die Strafkammer dem folgen, wäre eine Freilassung des deutschen Staatsbürgers nach 15 Jahren zur Bewährung erheblich erschwert. Die beiden Nebenklägerinnen, die die Eltern des Todesopfers sowie die drei Kinder der Frau vertreten, schlossen sich der Strafforderung der Staatsanwaltschaft an.

Der Angeklagte soll keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben. Insofern fehlt bei ihm auch ein wirkliches Motiv. Sein Ziehvater hat ihn laut Anklage jedoch wie einen Detektiv auf das Opfer angesetzt, um seine Ex-Partnerin auszuspionieren. Schließlich sollen beide die Ermordung geplant haben, dem Angeklagten sollen dafür 1.000 Euro versprochen worden sein.

Blut an der Mütze als wichtiger Hinweis im Prozess

Er soll im Mai 2025 in die Wohnung der 30-Jährigen eingedrungen sein und dort auf sie geschossen haben. Wichtigstes Beweismittel ist eine Mütze des Angeklagten, an der Blutspuren der Frau entdeckt wurden. Darüber hinaus handelt es sich weitgehend um einen Indizienprozess. Rund vier Monate lang wurde verhandelt.

Die älteste Tochter der Frau fand unmittelbar nach den Schüssen die blutüberströmte Mutter und alarmierte über die Oma die Polizei. Die Neunjährige sagte auch als Zeugin in dem Strafverfahren aus und gab Hinweise auf den Täter.

Im Laufe des Verfahrens hatte der Vorsitzende Richter Michael Eberle für einen Paukenschlag gesorgt, als er die Theorie eines Auftragsmordes als naheliegend formulierte. In der Folge wurde der 43 Jahre alte Ex-Partner der Frau festgenommen, der zunächst noch als Zeuge in dem Prozess aufgetreten war. Er sitzt nun wegen Anstiftung zum Mord in Untersuchungshaft.

Quelle: dpa

 

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