Vatikan

Papst Leo XIV. beginnt erste Afrika-Reise in Algerien

13. April 2026 , 16:58 Uhr

Fast ein Jahr ist Leo im Amt. Nun macht er seine bislang längste Reise - auf einen Kontinent, in dem die katholische Kirche wächst. Die erste Station hat auch mit seiner eigenen Vergangenheit zu tun.

Papst Leo XIV. ist zum Auftakt seiner ersten Afrika-Reise in Algerien angekommen. Mit einer Dauer von insgesamt elf Tagen ist es für das seit fast einem Jahr amtierende Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken die bislang längste Reise. Weitere Stationen sind Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. 

Bei einem gemeinsamen Treffen bekräftigte Algeriens Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune die Bereitschaft seines Landes zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Vatikan. Der Papstbesuch sei historisch, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur den Präsidenten.

Tebboune betonte die Bedeutung von Dialog, Frieden und Toleranz als gemeinsame Werte und verwies auf Algeriens Engagement für soziale Gerechtigkeit. Mit Blick auf internationale Konflikte, insbesondere in der Region, sprach sich der Präsident für ein Ende der Gewalt, mehr Hilfe für die Zivilbevölkerung und die Anerkennung eines palästinensischen Staates aus. Frieden und Zusammenarbeit seien entscheidend für die Bewältigung globaler Krisen.

Nach dem Treffen mit Tebboune stand ein Besuch in der Großen Moschee der Hauptstadt Algier auf dem Programm. 

In Algerien – einem muslimisch geprägten Land – war bislang noch nie ein Papst zu Besuch. Von den annähernd 47 Millionen Einwohnern sind nur etwa 9.000 Katholiken. Für Leo hat Algerien jedoch eine besondere Bedeutung: In der dortigen Region wurde im vierten Jahrhundert der Heilige Augustinus von Hippo geboren, der Namensgeber des Augustinerordens, dem der heutige Papst seit fast 50 Jahren angehört. Vor seiner Zeit im Vatikan war Leo dessen weltweiter Leiter. 

Mehr Katholiken in Afrika als in Europa

Am Dienstag wird er die Stadt Annaba (früher: Hippo) besuchen, die Wirkungsstätte des Heiligen Augustinus. Leo wurde im vergangenen Mai zum Nachfolger des verstorbenen Papstes Franziskus gewählt. Seine erste Auslandsreise führte Leo Ende vergangenen Jahres in die Türkei und den Libanon. Im vergangenen Monat war er in Monaco.

In Afrika waren in den vergangenen Jahrzehnten Päpste immer wieder zu Besuch. Am häufigsten reiste der polnische Pontifex Johannes Paul II. dorthin: insgesamt 15 Mal. Franziskus war fünf Mal in Afrika. Der Kontinent gehört zu den Weltregionen, in denen die katholische Kirche wächst. Aktuell leben dort etwa 290 Millionen Katholiken – inzwischen sogar mehr als in Europa. Weltweit kommen aus Afrika inzwischen etwa ein Fünftel (20,3 Prozent) aller Katholiken.

Quelle: dpa

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