Papst

Papst hält Vigilie mit 40.000 in Barcelona

09. Juni 2026 , 21:01 Uhr

Bei einer Nachtvigilie in Barcelona stellt sich Papst Leo XIV. den Fragen junger Menschen – auch zu Depression und häuslicher Gewalt.

Papst Leo XIV. hat auf der zweiten Station seines Spanien-Besuchs eine Gebetsvigilie im Olympiastadion in Barcelona mit rund 40.000 überwiegend jungen Teilnehmern gehalten. Wie schon bei seiner Ankunft am Mittag in der Kathedrale von Barcelona richtete sich der Pontifex erneut auch auf Katalanisch an die Menschen, die mit großer Begeisterung auf diese Anerkennung ihrer Sprache reagierten. In Katalonien gibt es starke separatistische Kräfte, die die Unabhängigkeit der Region im Nordosten des Landes von Spanien fordern.

Der US-Amerikaner, der seit seiner Zeit als Missionar und Bischof in Peru perfekt Spanisch spricht, reagierte damit auch auf Kritik an der anfänglichen Mitteilung des Vatikans, der Papst werde sich bei dem einwöchigen Aufenthalt in Spanien nur auf Spanisch äußern. Der Erzbischof von Barcelona, Juan José Omella Omella, sagte dann zu den Forderungen, der Papst möge in Barcelona auf jeden Fall auch Katalanisch sprechen: «Der Papst wird tun, was er kann.» Und Leo konnte mehr, als die Menschen wohl erwartet hatten.

Papst beantwortete knifflige Fragen

Junge Leute konnten Leo bei der Vigilie Fragen stellen, die er jeweils zum Teil auf Katalanisch und Spanisch beantwortete. Dabei ging es um Themen wie dem tieferen Sinn des Lebens jenseits von Karriere und Selbstoptimierung, Auswege aus einer Depression durch Glauben oder um häusliche Gewalt und ein zerrüttetes Elternhaus. Vor dem Olympiastadion segnete der Papst 30 Krankenwagen für die Ukraine.

Der im Mai vergangenen Jahres zum Papst gewählte Robert Prevost war am Samstag zu dem einwöchigen Besuch Spaniens in Madrid eingetroffen. Seine Bescheidenheit im Auftritt verbunden mit klaren Botschaften für Frieden, Völkerrecht und die Wahrung der Würde aller Menschen, auch von Flüchtlingen, brachten ihm großen Zuspruch. Zudem warnte er eindringlich vor den Gefahren durch rechtspopulistische Tendenzen und die zunehmende Polarisierung in Politik und Gesellschaft. An einer Messe in Madrid unter freiem Himmel nahmen mehr als 1,2 Millionen Menschen teil. 

Am Mittwoch in der Basilika Sagrada Familia

Höhepunkt seines Aufenthalts in Barcelona dürfte am Mittwochabend eine Messe in der berühmten Basilika Sagrada Familia werden, die jedes Jahr Millionen Besucher anlockt. 

Letzte Station der Reise werden ab Donnerstag die Kanarischen Inseln sein. Dort will sich das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken mit Flüchtlingen treffen. Zehntausende sind dort in den vergangenen Jahren in kleinen Holzbooten in der Hoffnung auf ein besseres und sichereres Leben aus Afrika über den Atlantik angekommen. Viele überlebten die gefährliche Überfahrt nicht.

Quelle: dpa

 

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