Thronwechsel in Norwegen

Historischer Moment: König Haakon VIII. hat Eid abgelegt

01. September 2026 , 15:12 Uhr

Neuer König von Norwegen ist Haakon schon seit dem Tod seines Vaters am Freitag. Jetzt legte er im Parlament den traditionellen Eid auf die Verfassung ab. Mette-Marit war ungeplant nicht dabei.

Ein historischer Moment für Norwegen: Der neue König Haakon VIII. hat den Eid auf die Verfassung im Parlament in Oslo abgelegt. Auf die Begleitung seiner Frau Mette-Marit, die im Sommer eine neue Lunge bekommen hatte, musste er dabei verzichten. 

«Die Königin hatte seit der Operation in einigen Fällen Komplikationen, auch heute», sagte Lungenarzt Are Holm vom Reichskrankenhaus in Oslo laut einer Mitteilung des Hofs. «Daher muss die Königin im Laufe des Tages beobachtet und überwacht werden.»

Fahrt zum Parlament in offener Limousine

Als König Haakon am Dienstagmittag in einer offenen Limousine vom Schloss zum Parlament fuhr, um dort den Eid abzulegen, hatten sich viele Menschen am Straßenrand versammelt, um einen Blick auf den neuen Monarchen zu erhaschen. Über einen roten Teppich schritt Haakon anschließend in das Parlament. Haralds Witwe Königin Sonja sowie die Kinder des Königs, Kronprinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, begleiteten Haakon.

Nach dem Tod seines Vaters Harald V. am Freitag war Haakon zwar sofort König geworden. Zum Thronwechsel gehört aber auch der Eid auf die Verfassung. Im Parlament sprach Haakon die Worte: «Ich gelobe und schwöre, das Königreich Norwegen gemäß seiner Verfassung und seinen Gesetzen zu regieren, so wahr mir der allmächtige und allwissende Gott helfe!» Der neue König wiederholte außerdem seinen Wahlspruch «Alles für Norwegen», den er von seinem Vater übernommen hat. 

Bereits kurz nach der Zeremonie gratulierte der schwedische König Carl XVI. Gustaf seinem Patensohn Haakon per Telegramm: «Ich hoffe, dass du jetzt, da du dein hohes Amt als König von Norwegen angetreten hast, große Unterstützung von deinem Patenonkel, deiner schwedischen Familie und dem gesamten schwedischen Volk spürst.» 

Die neue Kronprinzessin Ingrid Alexandra stand während des Eids im Parlament neben ihrem Vater. Am Nachmittag unterzeichnete sie im Osloer Schloss ebenfalls einen Eid auf die Verfassung. In der ersten Kabinettssitzung werde der König darüber informieren, dass der Eid unterzeichnet und an das norwegische Parlament übermittelt wurde, teilte das Königshaus mit. Dadurch kann Ingrid Alexandra ihren Vater nun als Regent vertreten. 

Familie und Volk nehmen Abschied von König Harald V. 

König Harald V. war am frühen Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren im Krankenhaus gestorben. Der Sarg des alten Monarchen war am Montag in einer andächtigen Zeremonie von einem Salon des Osloer Schlosses in die Schlosskapelle gebracht worden. An der Prozession hatten neben Königin Sonja die Kinder und Enkel des Königs sowie die neue Königin Mette-Marit teilgenommen. Anschließend hatte sich das neue Königspaar gemeinsam mit Königin Sonja und Haakons Schwester Prinzessin Märtha Louise dem Volk auf dem Schlossplatz in Oslo gezeigt. 

Aufsehen erregt hatte, dass auch Mette-Marits Sohn Marius Borg Høiby den Sarg begleitete. Der 29-Jährige war im Juni unter anderem wegen zwei Vergewaltigungen nach norwegischem Recht zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Derzeit sitzt Høiby seine Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel in Schloss Skaugum, dem Zuhause des Königspaares, ab. Für die Sarg-Prozession und für die Beisetzung von König Harald V. am 9. September hat er Ausgang bekommen. 

Die ersten Gäste haben sich für das Begräbnis bereits angekündigt: Das dänische Königspaar Frederik und Mary reist dafür an. 

Bis zum Tag vor dem Begräbnis kann sich das Volk seit Dienstagnachmittag in der Schlosskapelle von dem beliebten Monarchen verabschieden: Dort dürfen Besucherinnen und Besucher langsam an dem geschlossenen Sarg des Monarchen vorbeigehen, um Harald persönlich die letzte Ehre zu erweisen. 

Die Zeitung «Aftenposten» sprach mit Norwegern, die seit dem frühen Morgen dafür angestanden hatten. Sølvi Neu war mit dem Nachtzug aus Bergen angereist, um dem König Lebwohl zu sagen. «Ich kann fast nicht darüber sprechen, ohne anzufangen, zu weinen», erzählte sie «Aftenposten». «Die ganze Königsfamilie bedeutet mir sehr viel.»

Quelle: dpa

 

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