Oberfränkische Unternehmen optimistischer

10. Mai 2023 , 12:13 Uhr

Die Oberfränkischen Unternehmen sind ein bisschen optimistischer. Das zeigt der Konjunkturklimaindex der IHK für Oberfranken Bayreuth. Der legt um sieben Punkte zu. 34 Prozent aller Befragten beurteilen die aktuelle Geschäftslage positiv, 17 Prozent negativ. Positiver als zuletzt sind die Unternehmen im Dienstleistungssektor, dem Baugewerbe und im Einzelhandel, negativer der Großhandel. Am nordamerikanischen Markt verzeichnet der Index Zuwächse, am chinesischen Markt und dem Nahen Osten Rückläufe. Eine Zahl im Index hat im Mai ein Allzeithoch erreicht: 55 Prozent der Unternehmen sehen die Arbeitskosten als Gefahr für die weitere betriebliche Entwicklung. Als größtes Risiko werden weiterhin die Energie- und Rohstoffpreise angesehen.

 

Der gesamte Bericht der Industrie- und Handelskammer:

Die oberfränkische Wirtschaft startet mit leichtem Aufwind in das Sommerhalbjahr. Der Konjunkturklimaindex der IHK für Oberfranken Bayreuth legt um sieben Punkte auf 109 Zähler zu. Ursache für diese Entwicklung ist der vorsichtige Optimismus bei den Erwartungen.
Die aktuelle Geschäftslage der Mitgliedsunternehmen der IHK für Oberfranken Bayreuth fällt im Saldo weiterhin positiv aus. 34 Prozent aller Befragten beurteilen die aktuelle Geschäftslage positiv, 17 Prozent negativ, eine leichte Verbesserung gegenüber der Konjunkturumfrage zur Jahreswende. „Vor dem Hintergrund der immer noch hohen Energie- und Rohstoffpreise, der steigenden Zinsen, der verhaltenden Konsumlaune und des allgegenwärtigen Fachkräftemangels ist das alles andere als selbstverständlich“, macht IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann deutlich.
Im Dienstleistungssektor, dem Baugewerbe und im Einzelhandel sind mehr Unternehmen als zuletzt mit der aktuellen Geschäftslage zufrieden. Vor allem der Großhandel und mit Abstrichen auch das Verarbeitende Gewerbe berichten im Saldo allerdings von einer schlechteren Geschäftslage als noch zu Jahresbeginn.

Auftragsvolumen rückläufig
Die heimischen Unternehmen stehen enorm unter Druck, wie ein Blick auf die Entwicklung des gegenwärtigen Auftragsvolumens zeigt. Das internationale Geschäft bleibt angespannt, wenn auch nicht so deutlich wie die Binnennachfrage. Einzig auf dem nordamerikanischen Markt verbuchen die befragten Unternehmen spürbare Zuwächse. Rückläufig ist dagegen das Geschäft mit China, dem Pazifikraum und dem Nahen Osten.

Arbeitskosten setzen Unternehmen unter Druck
Der Fachkräftemangel wird inzwischen von über 60 Prozent der Befragten als Risiko für die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten gesehen. 55 Prozent der Unternehmen sehen außerdem die Arbeitskosten als Gefahr für die weitere betriebliche Entwicklung. Dieser Wert steigt seit September 2020 stetig an und notiert zum Mai 2023 auf einem Allzeithoch. Weiterhin größtes Risiko aus Unternehmenssicht sind – wenn auch mit rückläufiger Tendenz – die Energie- und Rohstoffpreise (70 Prozent). Ebenfalls stark risikobehaftet sind die aktuelle Inlandsnachfrage (54 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (45 Prozent).
„Die wachsenden Risiken machen deutlich, dass unsere Unternehmen immer mehr unter Druck geraten“, warnt Dr. Waasner. „Der Standort Deutschland verliert zusehends an Reputation und Wettbewerbsfähigkeit.“ Der IHK-Präsident verweist auf eine weitere gefährliche Entwicklung. „Noch nie habe ich so viele frustrierte Unternehmerinnen und Unternehmen getroffen, wie in den vergangenen Wochen.“ Ursache sind in erster Linie immer mehr Auflagen, immer mehr bürokratische Hemmnisse. Waasner: „So kann es nicht weitergehen. Wenn Unternehmer ihren Kindern zusehends davon abraten, das Familienunternehmen zu übernehmen, sagt das eigentlich alles.“

Prognosen hellen sich etwas auf
Für die kommenden Monate macht sich bei der oberfränkischen Wirtschaft trotz ungünstiger Rahmenbedingungen vorsichtiger Optimismus breit. Nach der deutlichen Erholung zu Jahresanfang notieren die Erwartungen erstmals seit Januar 2022 wieder im leicht positiven Bereich. 21 Prozent der Befragten rechnen mit einer verbesserten Geschäftslage, 20 Prozent mit einer rückläufigen Entwicklung.
Optimistisch sind der Dienstleistungssektor und vor allem das Tourismusgewerbe. Eine im Saldo deutliche Eintrübung der Geschäftslage erwartet neben dem Einzelhandel insbesondere das Baugewerbe, wo neben dem Fachkräftemangel und den steigenden Rohstoffpreisen immer stärker die erschwerte Baufinanzierung aufgrund steigender Zinsen zum Tragen kommt.
„Dass sich in den meisten Branchen die Lieferzeiten zuletzt tendenziell verkürzt haben, ist zweifellos ein Zeichen der Normalisierung“, macht Tobias Hoffmann deutlich, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK für Oberfranken Bayreuth. „Erste Frühindikatoren der IHK-Konjunkturumfrage lassen aber auch auf eine zunehmende Nachfrageschwäche schließen. Viele Unternehmen leben vom Auftragsbestand.“
Während die Binnennachfrage in den kommenden Monaten nach Einschätzung der Unternehmen auf der Stelle tritt, werden die Exporte wohl zulegen. Vor allem vom Nordamerikageschäft und der Eurozone erhoffen sich die Unternehmen Impulse.
Steigende und sinkende Investitionsplanungen halten sich die Waage. Einzig im Großhandel sind mehr Investitionen geplant. Die Zahl der Unternehmen ohne Investitionsplanungen verharrt auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Warten auf die „Zeitenwende“
Waasner: „Die Politik kann wenig für die geopolitische Lage und die Nachwirkungen von Corona. Sie kann aber sehr wohl etwas für die ausufernde Bürokratie. Herr Bundeskanzler, Menschen werden Unternehmerinnen und Unternehmer, weil sie eine Idee haben und etwas bewegen wollen, nicht aber, um sich in ihrer Freizeit mit nicht nachvollziehbarer Bürokratie herumzuschlagen. Ich bitte Sie eindringlich, diese Fehlentwicklung zu stoppen! Es ist Zeit für eine echte Zeitenwende!“

red

Das könnte Dich auch interessieren

27.06.2026 Waldbrandgefahr: Wieder Luftbeobachtungsflüge über Oberfranken Heute ist der heißeste Tag in dieser Woche und es ist ja auch ziemlich trocken. Deswegen ist in ganz Oberfranken die Waldbrandgefahr auch sehr hoch. Heute und morgen sind deshalb wieder Luftbeobachter in der Region unterwegs. Einer von ihnen ist der Bamberger Förster Felix Reichelt: Es ist einfach so, dass jede Minute zählt, wenn eben 26.06.2026 Auch bei großer Hitze: Trinkwasserversorgung sicher, aber ... Für die Region werden Temperaturen nahe der 40-Grad-Marke erwartet. Die Stadtwerke Bayreuth betonen: Die Versorgung mit Trinkwasser ist auch dann sicher. Der tägliche Wasserverbrauch beträgt derzeit etwa 21 Millionen Liter. In den Hochbehältern der Stadtwerke sind rund 24 Millionen Liter gespeichert. Aber auch wenn das Trinkwasser keine Probleme macht, sparen sollte man trotzdem. Pressesprecher der 26.06.2026 Fahrbahnsanierung von Hubenberg bis Heroldsberg erfolgreich abgeschlossen Freie Fahrt zwischen Hubenberg und Heroldsberg. Die Sanierungsarbeiten an der Kreisstraße bei Waischenfeld sind nach rund zwei Wochen Bauzeit erfolgreich abgeschlossen. Die Straße war in einem äußerst schlechten Zustand. Zahlreiche Schlaglöcher, größere Ausbrüche und viele Risse. Die Gesamtkosten: rund 400.000 Euro. Aktuell fehlen noch die Markierungen, aber die kommen in den nächsten Wochen. tb 26.06.2026 Heute Siebenschläfer: wird's jetzt sieben Woche so heiß? Morgen (27.06.) ist offizieller Siebenschläfertag. Was hat’s denn mit dem Siebenschläfertag auf sich – und was ist an der Bauernregel dran? Unser Wetterexperte Christian König: Es hat jedenfalls nichts mit dem putzigen Nager zu tun, sondern es geht auf eine Legende aus dem dritten Jahrhundert zurück und laut Überlieferung zu dieser Wetterregel entscheidet sich um