Georg Nagel hat die Nachricht von der Auszeichnung mit dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin auf einer Terrasse in Italien entgegengenommen. «Ich sitze hier auf der Terrasse in der Sonne, umgeben von Oliven- und Zitronenbäumen und es ist sehr schön. Ich kann mich nicht beschweren», sagte der Wissenschaftler von der Uni Würzburg im Interview mit der Organisation Nobel Prize Outreach auf die Frage, wo er die Nachricht erhalten habe und wo er sich gerade befinde.
Seit er im Ruhestand sei, verbringe der 73-Jährige die kalten Monate üblicherweise in der Heimatregion seiner Frau, die aus Neapel stamme. Derzeit halte er sich in den Bergen zwischen Neapel und Rom auf. Dort sei es im Durchschnitt zehn Grad wärmer als in seinem Wohnort Würzburg. Außerdem gebe es keinen Nebel und kein graues Wetter.
Über die Auszeichnung mit dem begehrten Preis sei Nagel sehr überrascht gewesen, wie er weiter sagte. «Ich habe das nicht erwartet, wirklich…» Seinen Freunden, die vor der Verkündung des Medizin-Nobelpreises gespannt nach Stockholm geschaut hätten, habe er immer gesagt: «Bleibt cool. Es gibt, soweit ich weiß, nur einen Patienten, der bisher von der Optogenetik profitiert hat.»
Die Optogenetik sei nicht vergleichbar mit Malaria-Medikamenten oder Checkpoint-Inhibitoren, die bei der Bekämpfung von Tumorzellen eingesetzt werden und von denen viele Patienten profitierten, ergänzte Nagel. Er habe gedacht, es sei noch zu früh, um diesen Preis für Medizin zu bekommen.
Nagel ist am Montag gemeinsam mit dem US-amerikanischen Forscher Karl Deisseroth (54) und dem deutschen Forscher Peter Hegemann (71) von der Humboldt-Universität Berlin für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Optogenetik mit dem diesjährigen Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden.
Quelle: dpa