Mut statt Wegschauen: Drei Oberfranken als Vorbilder geehrt

05. Februar 2026 , 15:26 Uhr

Mutiges Eingreifen gewürdigt: Der oberfränkische Polizeipräsident Armin Schmelzer hat in Wunsiedel drei Bürger für ihr couragiertes Verhalten ausgezeichnet.

Am Nachmittag des 27. November 2025, gegen 15.30 Uhr, fasste Frau Pamela Gärtner ihren ganzen Mut zusammen und bewahrte eine 17-Jährige davor, sich in Suizidabsicht von einer Brücke auf die B 303 bei Bad Alexandersbad zu stürzen. Als sie die Jugendliche auf der Fahrt nach Wunsiedel am Brückengeländer entdeckte, hielt sie ihr Fahrzeug sofort an. Sie eilte zu der Person auf die Brücke und es gelang ihr, sie im Gespräch von ihrem Vorhaben solange abzuhalten, bis wenige Minuten später eine Streife der Polizeiinspektion Wunsiedel eintraf. Mit vereinten Kräften gelang es den Beamten in einem günstigen Moment zusammen mit Frau Gärtner die junge Dame über das Geländer zurück zu ziehen. Frau Gärtner rettete nach den Worten des Polizeipräsidenten dadurch ein junges Menschenleben.

Nicht weniger lobenswert verhielten sich am Nachmittag des 12. Dezember 2025 die beiden Markleuthener  Fabian Turban und Peter Sieber. Den beiden ist es zu verdanken, dass ein 88-jähriger Mann aus Selb davor bewahrt werden konnte, sein gesamtes Vermögen zu verlieren. Dreiste Betrüger hatten den Senior unter der Legende von falschen Polizeibeamten telefonisch so massiv unter Druck gesetzt, dass dieser seine Wertgegenstände einpackte. Das Paket sollte auf Anweisung der Täter anschließend durch einen Kurierdienst nach Stuttgart verbracht werden. Den Auftrag dafür erhielt der Fahrdienst aus Marktleuthen ebenfalls telefonisch durch die Betrügerbande, ohne zunächst Verdacht zu schöpfen. Da ihm die ganze Sache nach der Abholung des Pakets nicht geheuer vorkam, wandte sich Fabian Turban, der beauftragte Kurierfahrer an seinen Chef, Peter Sieber. Statt die Fahrt nach Stuttgart anzutreten, meldeten sich die beiden Marktleuthener persönlich bei der Wunsiedler Polizei. Diese wiederum nahm mit dem 88-jährigen Selber Kontakt auf und öffnete mit dessen Einverständnis das Paket. Zum Vorschein kam ein hoher 5-stelliger Bargeldbetrag, Goldbarren und Goldmünzen. Schnell war den Beamten klar, dass der Senior aus Selb beinahe auf eine Betrugsmasche hereingefallen wäre, die ihn um sein gesamtes Vermögen gebracht hätte. Verhindert wurde dies durch die beiden Marktleuthener und deren überlegtes Handeln. Letztendlich herrschte große Erleichterung bei dem „Beinahe-Opfer“, als er durch die Polizei sein Vermögen wieder zurückgegeben bekam.

red

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