Demo mit Musik

Münchner «Krachparade» wird zur Großkundgebung

17. Mai 2026 , 10:07 Uhr

Seit 2014 findet in München die «Krachparade» gegen Wuchermieten und für die Kulturszene statt. Der Mietanstieg ist nicht gestoppt, doch die Demonstration zieht so viele Teilnehmer an wie noch nie.

Die alljährliche Münchner «Krachparade» gegen hohe Mieten und für eine lebendige Kulturszene ist zur Großkundgebung geworden: Am Samstag nahmen je nach Schätzung in der Spitze zwischen 25.000 und 30.000 Menschen an der Kundgebung teil. Nach dem Auftakt im Universitätsviertel mit an die 5.000 Menschen wurde der Zug im Laufe des Nachmittags immer größer, mehrere Dutzend Musikmobile und fahrende Bühnen rollten durch die Straßen. Die Schlusskundgebung fand am Abend auf der Theresienwiese statt. Laut Münchner Polizeipräsidium gab es nur vereinzelte Störungen. 

Damit fiel die diesjährige Krachparade ungleich größer aus als erwartet: Angemeldet hatten die Veranstalter bis zu 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. «Der Demonstrationszug erstreckte sich über zwei Kilometer durch die Innenstadt», resümierte Demonstrationsleiter Timm Buchheit jetzt. Die Kundgebungen des Bündnisses «Mehr Lärm für München» finden seit 2014 statt, inspiriert von Rave-Paraden. In diesem Jahr beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 60 Vereine, Initiativen und Kollektive. 

Die einen wollen feiern, die anderen ihre Ruhe

Abgesehen vom Protest gegen horrende Mieten und Gentrifizierung in der Landeshauptstadt fordert das Bündnis mehr Freiraum für Feiern, Musiker und laute Veranstaltungen. Buntes städtisches Leben, Kultur, Gastronomie, Clubs, Spielplätze oder Außenveranstaltungen erzeugten sozialen Lärm und dürften nicht mit Baustellen- oder Verkehrslärm gleichgesetzt werden, sagte Florian Raabe, der Anmelder der Kundgebung. 

In München gibt es seit Jahren Diskussionen um das abendliche Freizeittreiben auf den Straßen in den Sommermonaten. Weniger feierfreudige Bewohner der innenstadtnahen Viertel sind genervt von Gaststättenlärm, lauten Gruppen von Zechern auf den Plätzen und den Qualmwolken, die die Grillpartys an der Isar an schönen Sommerabenden erzeugen.

Quelle: dpa

 

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