Tag der pflegenden Angehörigen

Ministerin: Pflegende Angehörige sollen entlastet werden

06. September 2026 , 05:15 Uhr

In tausenden Familien werden Pflegebedürftige von Angehörigen betreut. Ihnen stehen verschiedene Hilfsangebote zur Verfügung.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will pflegende Angehörige weiter entlasten. «Viele Menschen möchten trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dieser Wunsch kann oft durch das Engagement von Angehörigen erfüllt werden», sagte Gerlach anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen (8. September). Die Belastung sei jedoch häufig groß – weshalb es in Bayern vielfältige Unterstützungsangebote gebe.

In Bayern werden nach Ministeriumsangaben rund 83 Prozent der rund 630.000 Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Um pflegende Angehörige zu entlasten, gibt es zum Beispiel das Förderprogramm «Pflege im sozialen Nahraum» für den Ausbau von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen. Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 wurden in Bayern 10.471 Pflegeplätze – darunter Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze – mit einer Summe von 486,6 Millionen Euro gefördert.

59 Pflegestützpunkte in Bayern

Pflegende Angehörige sollen bei Fragen und Sorgen nicht alleingelassen werden, so die Ministerin. Deshalb würden unter anderem Pflegestützpunkte gefördert. Bayernweit gebe es mittlerweile 59 solcher Anlaufstellen, in denen Interessierte kostenlos Informationen rund um die Pflege bekommen. Es gibt auch spezielle Hilfen zum Thema Demenz sowie zur Stärkung der häuslichen Pflege und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen rund 3.860 anerkannte Angebote.

Mit Blick auf die aktuellen Reformvorhaben des Bundes unterstrich Gerlach: «Ein positiver Ansatz ist beispielsweise das Vorhaben, Pflegebedürftige und ihre Angehörige durch eine stärkere fachliche Begleitung zu unterstützen.» Auch sei es wichtig, für unvorhergesehene Situationen bessere Überbrückungsmöglichkeiten zu schaffen.

«Gut ist zudem, dass der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann auf die bislang vorgesehenen Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige verzichten will», sagte Gerlach. Bayern habe sich intensiv für die Korrektur an den Reformplänen der Bundesregierung eingesetzt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

14.08.2026 Barmer: Bayerns Pflegebedürftige zu selten beim Zahnarzt Wenn das Gebiss nicht sitzt oder die Zähne schmerzen, verzichten viele Pflegebedürftige auf bestimmte Nahrungsmittel oder essen weniger. Mit schlimmen Folgen. Neue Zahlen sollten aufrütteln. 08.09.2026 Rettungsdienste protestieren gegen befürchteten Geldmangel Ob Herzinfarkt oder schwerer Unfall: Bei medizinischen Notfällen entscheidet oft die Zeit über Leben oder Tod. Die geplanten Änderungen im Gesundheitswesen beunruhigen die Rettungsdienste. 08.09.2026 Kleiner Piks kann vor Wiesn-Grippe schützen Man kennt das in München: Ein paar Tage nach dem Start des Oktoberfests füllen sich Arztpraxen mit hustenden und schniefenden Menschen. Ein kleiner Piks kann das Erkältungsrisiko lindern. 04.09.2026 Kampf gegen Ärztemangel: Koalition will Arztassistenten In vielen ländlichen Regionen herrscht schon heute Ärztemangel. Die Koalition schlägt nun weitere Gegenmaßnahmen vor - und orientiert sich dabei auch an anderen Ländern.