Ausbildung

Metall- und Elektroindustrie bildet weniger Lehrlinge aus

26. März 2026 , 12:54 Uhr

Bayerns wichtigster Wirtschaftszweig leidet am doppelten Problem einer langen Krise kombiniert mit dem demografischen Wandel. Dementsprechend bildet die Metall- und Elektroindustrie nun weniger aus.

Die Metall- und Elektroindustrie bildet nach jahrelanger Krise erheblich weniger Lehrlinge aus: Im vergangenen Jahr schlossen die Unternehmen des wichtigsten Industriezweigs in Bayern 13.398 Ausbildungsverträge ab, im Vergleich zum Vorjahr ein starker Rückgang um knapp 11 Prozent. In diesem Jahr erwarten die beiden Arbeitgeberverbände bayme und vbm weiter sinkende Zahlen mit einem Minus von acht Prozent. Die beiden Verbände führen das nicht nur auf die schlechte wirtschaftliche Lage zurück, sondern auch auf den demografischen Wandel. 

Trotz Krise klagen viele Firmen über fehlende Bewerber

In einer Umfrage der beiden Verbände berichtete demnach fast die Hälfte (48,1 Prozent) der Unternehmen, dass zu wenig Bewerbungen eingegangen seien. Ein noch größerer Anteil (49,4 Prozent) klagte über mangelnde Eignung der Bewerberinnen und Bewerber. «Mangelnde Ausbildungsbereitschaft sehen wir nicht», sagt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der beiden Verbände. «Die Ausbildungszahlen sind trotz dieser Lage immer noch sehr hoch.»

Brossardt beklagte die hohen Kosten am Standort Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, die versprochenen Reformen nun auch umzusetzen: «Wer jetzt die Reformen nicht angeht, tut unserer Jugend etwas Schlechtes.» 

Geringerer Rückgang in anderen Wirtschaftszweigen

Zur Metall- und Elektroindustrie gehören viele bekannte Unternehmen: Siemens, BMW, Audi, MAN oder der Autozulieferer Schaeffler ebenso wie die in Bayern ansässigen Airbus-Standorte, der Triebwerkshersteller MTU und der Traktorenhersteller Fendt. In anderen Wirtschaftszweigen wie dem Handwerk ist der Rückgang der Ausbildungszahlen sehr viel weniger ausgeprägt: Branchenübergreifend ist die Zahl der neuen Lehrverträge im Freistaat um lediglich 1,1 Prozent auf 84.687 gesunken, wie Brossardt berichtete. Stichtag war der 30. September.

Quelle: dpa

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