Mehr Wohnraum in der Altstadt: GEWOG stockt erstmals auf

22. Juli 2026 , 13:22 Uhr

In der Bayreuther Altstadt startet ein größeres Wohnbauprojekt: In der Justus-Liebig-Straße 77 bis 81 werden zwei Wohngebäude aus dem Jahr 1954 umfassend saniert und aufgestockt. Das haben die GEWOG Bayreuth und die Stadt Bayreuth bei einer Auftaktveranstaltung am 22. Juli mitgeteilt. In den beiden Häusern gibt es bislang jeweils 24 Wohnungen. Durch die Bauarbeiten inklusive je einem neuen Stockwerk sollen zusätzlich 12 neue Wohneinheiten entstehen. Ein absolutes Novum in Bayreuth, erklärt GEWOG-Chef Jürgen Kastner:

Der Satteldach kommt oben drauf und dann kommt in Holz-Hybrid-Bauweise wegen dem Gewicht der Altfundamente ein neues Vollgeschoss drauf mit Pultach.

Nach Angaben der GEWOG ist es das erste Mal in der Unternehmensgeschichte, dass Gebäude aufgestockt werden. Das Projekt gilt deshalb als Pilotvorhaben. Die Investition für Sanierung und Erweiterung liegt demnach bei rund 9 Millionen Euro. Die Aufstockung soll in serieller Bauweise umgesetzt werden. Bauteile werden dabei standardisiert vorgefertigt und anschließend vor Ort montiert. Das soll Zeit und Kosten sparen. Der Bayreuther Oberbürgermeister Andreas Zippel ist ganz begeistert von der innovativen Umsetzung:

Ja, weil das einfach eine Möglichkeit ist, bei der man ohne irgendwelche weitere Fläche zu verbrauchen, halt oben was nochmal drauf setzt, damit entsteht mehr Wohnraum, der ist meistens auch günstiger, weil ich ja nicht mehr die ganzen Kosten von den unteren Stockwerken habe. Also genauso geht moderne Stadtentwicklung.

Die GEWOG will die Wohnungen nach der Fertigstellung zu einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 10,50 Euro pro Quadratmeter anbieten. Geschäftsführer Jürgen Kastner spricht trotz schwieriger Bedingungen im Wohnungsbau von einem wichtigen Signal für bezahlbares Wohnen in Bayreuth. Er verweist unter anderem auf steigende Baukosten, hohe Zinsen und die angespannte Lage in der Branche.

Auch aus Sicht der Stadt ist das Projekt von Bedeutung. Oberbürgermeister Dr. Andreas Zippel sagt, es entstehe neuer Wohnraum, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen. Innenentwicklung und Nachverdichtung seien wichtige Bausteine für die weitere Entwicklung Bayreuths. Zugleich soll die Modernisierung zur Aufwertung der Altstadt beitragen.

Geplant sind neben der Kernsanierung und Aufstockung auch Aufzüge für einen barrierefreien Zugang, moderne Heizsysteme mit Wärmepumpen und Mietergärten. Die Arbeiten sollen nach derzeitiger Planung im Spätsommer 2027 abgeschlossen sein.

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