Bundeswehr

Luftwaffe will wieder Soldaten in Fürstenfeldbruck ausbilden

13. Juli 2026 , 13:57 Uhr

30 Kilometer westlich von München sollen wieder deutsche Soldatinnen und Soldaten ausgebildet werden. Verteidigungsminister Pistorius setzt für die Pläne zur neuen Bundeswehr auf Fürstenfeldbruck.

Im oberbayerischen Fürstenfeldbruck soll ein neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe stationiert werden. «Mit dieser Entscheidung gehen wir einen weiteren Schritt für den kontinuierlichen Aufwuchs der Streitkräfte», sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nach Angaben seines Hauses. Damit rückt die Bundeswehr von ihrer bisherigen Entscheidung ab, den Standort Fürstenfeldbruck aufzugeben.

Das neue Ausbildungsbataillon ist eine direkte Folge des Plans, die Bundeswehr personell deutlich stärker als bisher aufzustellen. «Mit der steigenden Anzahl von Rekrutinnen und Rekruten und der weiteren Umsetzung des neuen Wehrdienstes steigt unser Bedarf an Ausbildungskapazitäten deutlich», hieß es weiter. Ziel sei es, die bereits vorhandenen Potenziale bei den Liegenschaften kurzfristig zu decken. 

«Jeder Soldat mehr, jede Investition der Bundeswehr ist gut für Bayern. Wir begrüßen es», sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München. Jetzt müsse die Bundeswehr gestärkt und ausgebaut werden.

Wichtig: Kurzfristig zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten schaffen

«Mit der Stationierung des Luftwaffenausbildungsbataillon 2 (LwAusbBtl 2) in Fürstenfeldbruck stärken wir die Ausbildungsorganisation der Luftwaffe», betonte das Verteidigungsministerium in seiner Mitteilung. Damit könnten kurzfristig zusätzliche Ausbildungsmöglichkeiten in einem ballungsraumnahen Bereich bereitgestellt und vielen potenziellen Wehrdienstleistenden ein möglichst heimatnaher Einstellungsort ermöglicht werden. Fürstenfeldbruck liegt rund 30 Kilometer westlich von München. 

Fast 100-jährige Geschichte der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck

Ursprünglich sollte der Bundeswehrstandort zum 31. Dezember 2030 aufgegeben werden. Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. 1934 begannen die Arbeiten, die Indienststellung erfolgte 1937. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier das US-Militär stationiert, 1956 begann die Ausbildung der ersten deutschen Jet-Piloten der neuen Luftwaffe. 2006 folgte schließlich die Einstellung des militärischen Flugbetriebes, nach dem Beschluss der Aufgabe des Standortes 2011 war er zwischenzeitlich eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge.

Bekannt geworden ist Fürstenfeldbruck auch wegen des Olympia-Attentats am 5. September 1972. Bei der Geiselnahme, die von der Polizei blutig beendet wurde, kamen elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft sowie fünf ihrer palästinensischen Entführer und ein deutscher Polizist ums Leben. Die Entführer waren mit ihren Geiseln nach stundenlangen Verhandlungen in Hubschraubern vom Olympischen Dorf zum Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gebracht worden, um dort mit einem bereitgestellten Passagierflugzeug auszufliegen. Beim Aussteigen wurden sie von deutschen Sicherheitskräften unter Beschuss genommen. Ziel der Entführung war es, 230 in israelischer Haft sitzende Palästinenser freizupressen.

Quelle: dpa

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