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Lichtspektakel, Loch im Dach: Meteorit über Westdeutschland

08. März 2026 , 22:53 Uhr

Ein lauter Knall, ein Feuerblitz am Himmel, ein getroffenes Haus: Ein Meteorit sorgt für Aufregung. Viele Menschen wenden sich an die Behörden.

Ein hell leuchtender Meteorit hat am Abend viele Menschen in Westdeutschland in Atem gehalten. Bei einem Einschlag in Koblenz wurde ein Haus beschädigt. An dem Dach des Gebäudes im Stadtteil Güls sei ein fußballgroßes Loch entstanden, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz. 

Die Polizei in Koblenz erklärte: «Heute Abend kam es gegen 19.00 Uhr im Koblenzer Stadtteil Güls zum Einschlag eines verglühten Himmelskörpers in das Dach eines Wohnhauses. Es wurde niemand verletzt.» Feuerwehr und Polizei seien vor Ort. «Nach den uns vorliegenden Informationen besteht keine Gefahr mehr.»

Das Lagezentrum Bevölkerungsschutz in Koblenz sprach von einem «erhöhten Notrufaufkommen», weil der Meteoritenüberflug an vielen Stellen in Rheinland-Pfalz wahrgenommen worden sei. Auch sei ein lauter Knall zu hören gewesen. «Personenschäden sind bisher nicht bekannt. Das Ereignis hat keinen Zusammenhang mit einer militärischen Aktivität», betonte die Behörde.

Trifft ein Asteroid auf die Lufthülle der Erde, zerfällt er oft in viele kleine Stücke. Manche davon verglühen, andere landen auf der Erde. Diese Brocken nennt man Meteoriten.

«Keine Hinweise auf sicherheitsrelevantes Ereignis»

Die zunächst unbekannte Lichterscheinung hielt viele Menschen in weiten Teilen Westdeutschlands am Abend in Atem. In den sozialen Medien meldeten sich unter anderem Augenzeugen aus Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Das dortige Lagezentrum teilte am Abend mit, es gebe bislang keine Hinweise auf Schäden in NRW. 

Bürger hätten von einem «hell leuchtenden Flugkörper mit kurzem Feuerschein» beziehungsweise einem «Feuerblitz am Himmel» berichtet, teilte die Polizei in Kaiserslautern mit. Auch über eine Rakete sei spekuliert worden. Es gebe jedoch «keinerlei Hinweise auf ein sicherheitsrelevantes Ereignis».

Die Polizei in Stade in Niedersachsen teilte mit, Feuerwehr und Polizei sei der Absturz von möglichen Flugzeugteilen oder Teilen von Himmelskörpern gemeldet worden. Bei einem Großeinsatz der Feuerwehr mit Unterstützung durch einen Marinehubschrauber sei aber nichts gefunden worden.

Meteoritenfunde sind selten

Als Meteor wird die Lichterscheinung bezeichnet, die beim Verglühen des Meteoroiden entsteht. Bruchteile, die nach der Explosion den Erdboden erreichen, heißen Meteoriten. Meteoriten stammen nach Angaben von Experten meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und können mehrere Milliarden Jahre alt sein. Sie sind Überreste der Entstehung unseres Sonnensystems.

Meteoriteneinschläge auf der Erde sind sehr selten. In Deutschland fielen im April 2023 bei Elmshorn mehrere Teile eines Meteoriten zu Boden. Das größte Fragment war ein rund 3,7 Kilogramm schwerer Brocken, der von Wissenschaftlern untersucht und später ausgestellt wurde. Er galt damals als der schwerste gefundene Meteorit seit rund 100 Jahren in Deutschland. Zuvor war im April 2002 in Bayern in der Nähe von Schloss Neuschwanstein ein Meteorit niedergegangen.

Ein Meteor, der im Februar 2013 nahe der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk am Ural in der Atmosphäre zerbarst, richtete hingegen größere Schäden nach. Nach früheren Angaben des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum wurden damals durch die Druckwelle mehr als 7.000 Gebäude beschädigt und rund 1.500 Menschen durch herumfliegende Glassplitter verletzt.

Quelle: dpa

 

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