FC Bayern

Kritik an Reiter wegen FC-Bayern-Job

02. März 2026 , 17:00 Uhr

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter hat einen Top-Job beim FC Bayern übernommen. Aber darf er das überhaupt?

Nach Kritik an seinem neuen Posten beim FC Bayern hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eine rechtliche Prüfung angekündigt. Er habe die Abteilung beauftragt, «die tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten zu klären», sagte seine Sprecherin. Dies müsse «wegen gegebenenfalls dienstrechtlichen Sondervorschriften im Benehmen mit der FCB AG erfolgen». Reiter war Anfang Februar Verwaltungsbeiratsvorsitzender beim FC Bayern geworden und damit auch in den Aufsichtsrat eingezogen. 

Stadtrat will sich mit der Causa befassen 

Reiters Sprecherin sagte: «Der Oberbürgermeister wird den Stadtrat vor der nächsten terminierten Aufsichtsratssitzung im Mai damit befassen.» Nach einem Dringlichkeitsantrag der Linken-Fraktion soll Reiters Tätigkeit für den börsennotierten Verein schon an diesem Mittwoch Thema im Stadtrat werden. 

Denn Kritik gab es auch aus anderen Parteien. «Der FC Bayern ist ein weltweit agierender Konzern mit erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung und vielfältigen Schnittstellen zur Stadt München, etwa beim Thema Verkehr, Sicherheit, Infrastruktur oder Großveranstaltungen», hieß es beispielsweise aus der ÖDP. «Die Nähe zwischen Stadtspitze und Vereinsführung ist offenkundig» – auch wenn Reiter betont habe, das Amt bei den Bayern als Privatperson übernommen zu haben. 

Der FC Bayern hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass Reiter Nachfolger von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber an der Spitze des Verwaltungsbeirates und damit auch im Aufsichtsrat wird. Nach Vereinsangaben ist der Münchner OB bereits seit 2017 Mitglied des Verwaltungsbeirates. 

Für Reiter ist der FC Bayern sein «Herzensverein» 

«Mit Dieter Reiter an der Spitze wird der Verwaltungsbeirat auch künftig seinen Beitrag zur Weiterentwicklung des Vereins leisten», hatte Stoiber zum Abschied gesagt. Reiter selbst wurde nach eigenen Angaben schon als Fünfjähriger Fan seines «Herzensvereins». 

«Wenn der Oberbürgermeister einer Millionenstadt eine Spitzenfunktion bei einem wirtschaftlich mächtigen Akteur vor Ort übernimmt, dann ist das kein privates Hobby», betonte der ÖDP-Vorsitzende Tobias Ruff. «Es geht nicht um Fußball und Fanherz. Es geht um politische Integrität und um die Glaubwürdigkeit unseres Rathauses. Für städtische Mitarbeiter gelten strenge Regeln. Diese müssen doch bitte schön erst recht für den Oberbürgermeister gelten.» 

Reiter will an diesem Wochenende erneut zum Münchner Oberbürgermeister gewählt werden. Es wäre die dritte Amtszeit für den 67-Jährigen, den Umfragen deutlich vor seinen Konkurrenten von Grünen und CSU sehen.

Quelle: dpa

 

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