Wenige Tage nach dem umstrittenen Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Donald Trump will sich der Aufsichtsrat des Autobauers außerplanmäßig treffen. Bei der für Freitagnachmittag angesetzten Sondersitzung soll es unter anderem um das geplante Werk in den USA und den Rahmen der Ankündigung gehen, wie mehrere Insider der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Zuvor hatte die Mediengruppe Bayern berichtet.
Ob bei der Sitzung auch der Stuhl Döllners wackeln könnte, war zunächst völlig unklar. Eine Audi-Sprecherin teilte mit, dass man sich zu internen Gremien nicht äußere. Der Autohersteller legt am Freitag auch seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal vor. Angesichts stark rückläufiger Absätze wird erwartet, dass sie eher schlecht ausfallen.
Trump hatte bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag überraschend den Bau einer Audi-Fabrik angekündigt. Döllner trat anschließend auf die Bühne und dankte dem US-Präsidenten für dessen Unterstützung. In den USA stehen am 3. November die Zwischenwahlen an. Der Manager steht seither heftig in der Kritik, unter anderem weil er gegen interne Leitlinien zu Wahlkampfauftritten verstoßen hat. Sogar sein Rücktritt wurde bereits gefordert. Döllner hat seinen Auftritt als im Interesse des Unternehmens verteidigt.
Die VW-Tochter will in der Fabrik in Perry im US-Bundesstaat Georgia jährlich 200.000 Sportgeländewagen (SUV) produzieren. Geplant sind Investitionen in Höhe von vier Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro). 4.500 Arbeitsplätze sollen entstehen. Audi nennt 2027 als Baubeginn, der Produktionsstart soll Anfang der 2030er Jahre erfolgen. Es wäre das erste Werk der Ingolstädter in den Vereinigten Staaten. Die finale Freigabe der Pläne durch den Aufsichtsrat der Konzernmutter Volkswagen steht noch aus.
Quelle: dpa