Zukunftssorgen

Kombinierer kämpfen um Olympia: Hoffnung auf Macron

22. Oktober 2026 , 10:56 Uhr

Für die Nordische Kombination steht viel auf dem Spiel: Ohne Olympia droht dem Spitzensport eine ungewisse Zukunft. Eine Initiative soll nun Frankreichs Staatschef überzeugen.

Die Nordischen Kombinierer hoffen auf eine letzte Chance, doch noch ins Programm der Winterspiele 2030 aufgenommen zu werden. Eine Initiative um Olympiasieger Jason Lamy Chappuis und den früheren Weltklasse-Biathleten Martin Fourcade will dafür laut Sportdirektor Horst Hüttel vom Deutschen Skiverband (DSV) «irgendwann im November» bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron werben. «Wenn da ein Signal der Host-Nation kommen würde, dann wäre das noch eine Chance», sagte Hüttel.

Frankreich ist vom 1. bis 17. Februar 2030 Austragungsort der Spiele. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte die Nordische Kombination im Juli aus dem Programm gestrichen – trotz langer Tradition. 

Wie es danach weitergehen soll, ist unklar. «Im Moment ist die Timeline so, dass im vierten Quartal 2027 die Entscheidung für 2034 fällt», sagte Hüttel, der von einem weiteren «Strohhalm» sprach. «Wenn aber auch da eine Absage kommt, dann haben wir für den Spitzensport keine Möglichkeiten mehr», sagte Hüttel.

«Sportler sind zu allem bereit. Wenn sie das rettet, machen sie das»

«Wir wissen einfach noch gar nichts», sagte die frühere Gesamtweltcupsiegerin Nathalie Armbruster. «Man ist ziemlich, ziemlich hilflos und ich habe das auch gemerkt: Ich habe ganz viel gekämpft und man wird so müde vom Kämpfen. Und eigentlich haben wir unschlagbare Argumente, aber man kann trotzdem nichts bewirken.» 

Als mögliche Rettungsmaßnahme ist weiterhin eine Anpassung der Wettkampfstruktur im Gespräch. Möglich sei unter anderem ein kompakterer Ablauf, bei dem schon 15 Minuten nach dem letzten Springer der Langlauf stattfinden könnte. 

Neue Formate dürften im Weltcup nun eingebracht werden, «ohne sie vorher zu testen», sagte Hüttel und erklärte zudem: «Die Sportler sind zu allem bereit. Wenn sie das rettet, dann machen sie das.» Auch Bundestrainer Eric Frenzel sieht in einer kürzeren Taktung den «einzig möglichen Weg». 

Der dreimalige Olympiasieger ergänzte angesichts der ungewissen Zukunft, man sei «bestimmten Gremien und Entscheidungsträgern, die wesentlich weiter oben sitzen, ausgeliefert».

Quelle: dpa

 

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